Stefan Bachmann

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* 1.7.1966 Zürich. Sohn des Dramaturgen und ehemaligen "Du"-Chefredaktors →Dieter Bachmann.

Hospitanzen am →Schauspielhaus Zürich, Zürich ZH und 1989 bei →Luc Bondy an der Schaubühne am Lehniner Platz Berlin (Botho Strauß’ "Die Zeit und das Zimmer"). Studium der Germanistik, Theater- und Religionswissenschaft an der Freien Universität Berlin, dort 1991 erste Regiearbeit mit →Bertolt Brechts "Baal". 1992 gründete B. zusammen mit Thomas Jonigk, Hugo Gretler, Lars-Ole Walburg, Ricarda Beilharz und Tom Till die freie Gruppe Theater Affekt, für die er unter anderem 1992 Shakespeares "Titus Andronicus", 1994 Kleists "Penthesilea" und 1995 Goethes "Lila" inszenierte. 1993/94 Regieassistenz am Schauspiel Bonn (bei Fleißers "Fegefeuer in Ingolstadt", Regie: Andreas Kriegenburg). Inszenierungen am Schauspiel Bonn (1993 Nick Whitbys "Dirty Dishes", 1994 Uraufführung von Jonigks "Du sollst mir Enkel schenken", 1996 Tony Kushners "Engel in Amerika"), an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin (1994 Marivaux’ "Die falsche Zofe", 1996 Goethes "Der Triumph der Empfindsamkeit"), am →Theater Neumarkt Zürich (1995 "Wahlverwandtschaften nach Goethe" von B. und Walburg, diese Inszenierung wurde 1996 ans Theatertreffen in Berlin eingeladen), am Schauspielhaus Wien (1996 im Rahmen der Wiener Festwochen die Uraufführung von Wolfgang Bauers "Skizzenbuch", 1997 Cyril Tourneurs "Tragödie der Rächer", eine Koproduktion der Wiener Festwochen mit dem Theater Affekt und dem →Theaterhaus Gessnerallee, Zürich ZH), am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg (1997 Corneilles "Triumph der Illusionen", eingeladen zum Theatertreffen, 1999 Rainald Goetz’ "Jeff Koons") und bei den Salzburger Festspielen (1998 Shakespeares "Troilus und Cressida", koproduziert vom →Theater Basel, Basel BS). 1998–2003 war B. Direktor des Schauspiels des Theaters Basel unter der Direktion von →Michael Schindhelm, dort inszenierte B. unter anderem Wolfgang Bauers "Magic Afternoon", Tankred Dorsts "Merlin", Gershwins "Strike Up the Band – (Cheese!)", Shakespeares "Ein Sommernachtstraum", die Schweizer Erstaufführung von Jonigks "Täter", Shakespeares "Der Sturm", →Frank Wedekinds "Franziska", Mozarts "Die Zauberflöte", →Max Frischs "Biedermann und die Brandstifter", Shakespeares "Hamlet" (zur Eröffnung des Schauspielhauses 2002) und als Abschiedsinszenierung eine achtstündige Fassung von Claudels "Der seidene Schuh". Zu B.s Ensemble in Basel gehörten einige Mitglieder des Theaters Affekt, darunter die Bühnenbildner Beilharz und Gretler, der künstlerische Betriebsdirektor Till und der Chefdramaturg und Regisseur Walburg (inszenierte in Basel unter anderem 1999 Ibsens "Volksfeind", eingeladen zum Theatertreffen Berlin, 2000 Schillers "Die Räuber", 2001 "Die Nibelungen" nach Hebbel). Weitere Dramaturgen waren Judith Gerstenberg, Matthias Günther und Julia Lochte, prägende Schauspielerinnen und Schauspieler Sebastian Blomberg, Klaus Brömmelmeier, →Bruno Cathomas, Silvia Fenz, Tilo Nest, →Michael Neuenschwander, Katharina Schmalenberg und →Susanne-Marie Wrage.

Auszeichnungen

  • 1995 Friedrich-Luft-Preis für die beste Inszenierung (für Goethes "Lila"),
  • 1996 "Nachwuchsregisseur des Jahres" der Zeitschrift "Theater heute" und
  • Förderungspreis zur Josef-Kainz-Medaille der Stadt Wien.
  • 1999 wurde das Theater Basel in der Kritikerumfrage von "Theater heute" zum "Theater des Jahres" gewählt.


Autor: Primo Mazzoni



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Mazzoni, Primo: Stefan Bachmann, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 100–101.

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