Sue Mathys

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* 4.4.1957 Zürich, eigentlich Susanne M.

Bereits als Jugendliche Unterricht in Ballett, Tanz, Pantomime und Theater, ausserdem Sängerin in einer Rockband. Nach der Matura 1976–79 Schauspielausbildung an der →Schauspiel-Akademie Zürich. Danach erstes Engagement am Theater der Stadt Essen (unter anderem Columbia in O’Briens "The Rocky Horror Picture Show"). 1980–81 Musical­ausbildung in New York am Herbert Berghof Studio und am Broadway Dance Center; später regelmässig Gesangsstudien und Kontrollunterricht bei Arabella Hong Young in New York und Suzanne Spira in Zürich. Nach kleineren Rollen am Theater des Westens und in der Deutschlandhalle in Berlin (1981/82) etablierte sich M. zusehends als Musicaldarstellerin. So verkörperte sie – zunächst unter ihrem ledigen Namen Hürzeler, ab 1988 unter M.-Hürzeler, später unter M. – zahlreiche wichtige Musical-Rollen an verschiedenen Bühnen im deutschsprachigen Raum, beispielsweise Eliza Doolittle in Loewe/Lerners "My Fair Lady" (unter anderem 1982/83 am Kleinen Theater Bad Godesberg, 1986 am Landestheater Coburg sowie mehrfach auf Tournee), Sally Bowles in Kanders "Cabaret" (unter anderem 1984 an den Städtischen Bühnen Freiburg im Breisgau, 1987 am Stadttheater Würzburg, 1993 am →Stadttheater Luzern), Mrs. Lovett in Sondheims "Sweeney Todd" (1985 an den Städtischen Bühnen Freiburg in Breisgau) und Marta in dessen "Company" (1986 am Theater des Westens Berlin), die Titelrolle in Monnot/Brefforts "Irma la Douce" (1986/87 am Pfalztheater Kaiserslautern), Anita in Bernsteins "West Side Story" (1990 am Stadttheater Luzern), Schwester Robert Anne in Goggins "Non(n)sense" (1990 am →Theater am Hechtplatz in Zürich, 1991 an der Komödie im Marquardt in Stuttgart), Maria Magdalena in Lloyd Webbers "Jesus Christ Superstar" (1991 an den Freilichtspielen Schwäbisch Hall), Rizzo in Jacobs/Caseys "Grease" (1994–95 am →Häbse-Theater Basel) sowie Norma Desmond in über 200 Vorstellungen der deutschen Erstaufführung von Lloyd Webbers "Sunset Boulevard" (1995–96 am Rhein-Main-Theater Niedernhausen). In der Schweiz hatte M. ihren Durchbruch mit der Titelrolle von Gems’ Musical "Piaf" (ab 1992 am Stadttheater Luzern, 1994 am →Corso-Theater und am →Stadthof 11 in Zürich). Neben den tragenden Rollen des Musical-Genres spielte M. in musikalischen Lustspielen und Operetten (1983 Iduna in →Paul Burkhards "Der schwarze Hecht" am →Theater für den Kanton Zürich, 1985 Ottilie in →Ralph Benatzkys "Im weissen Rössl" an den Städtischen Bühnen Freiburg im Breisgau, 1986 Lolotte in Burkhard/→Walter Leschs "Die kleine Niederdorf-Oper" am Corso-Theater in Zürich, 1988 die Titelrolle in Offenbachs "Die schöne Helena" am →Städtebundtheater Biel-Solothurn), in Kindermusicals (1985 die Titelrolle in "Pippi Langstrumpf" am →Opernhaus Zürich), in Revuen und Lieder-Abenden (unter anderem 1991 in der Hanns-Eisler-Revue "Ein Genie bin ich selber!"des Theaters im Fass in Schaffhausen, 1997 in "Eusereine chönnt das au!"mit Liedern von →Hans Gmür am Theater am Hechtplatz, 2004 in →Dominik Flaschkas "Drei Bräute für ein Halleluja" am Casinotheater Winterthur) sowie in Sprechtheater-Produktionen (unter anderem am →Atelier-Theater Bern und 2005 als Maria Callas in Terence McNallys "Meisterklasse" am →Theater St. Gallen). 1987–89 trat M. mit ihrem ersten Soloprogramm "Act 1 – The Same Old Song" an verschiedenen Kleintheatern in der Schweiz und in Deutschland auf; 2001 folgte die eigens für sie geschriebene Soloshow "Lila Rosen" im Kaufleuten Zürich und auf Schweizer Tournee. Diverse Auftritte in Fernsehshows, Galas und Konzerten; verschiedene CD-Veröffentlichungen. Lehraufträge für Gesang und Musical an der →Colombo Dance Factory in Zürich, an der Musikhochschule Luzern und an der Swiss Musical Academy in Bern. Seit 2000 auch Tätigkeit als Off-Sprecherin für das Schweizer Fernsehen DRS. Mehrere Hörspiel-, Fernseh- und Filmrollen.

Auszeichnungen

unter anderem

  • 1994 Prix Walo als beste Schauspielerin für die Rolle der Edith Piaf.


Autorin: Tanja Stenzl



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Stenzl, Tanja: Sue Mathys, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1200–1201.

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