Suriel Tanztheater, Baden AG

Aus Theaterlexikon
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Freischaffende Kompanie, ohne feste Spielstätte

Das S., gegründet von den Tänzerinnen und Choreografinnen Susanne Braun und Muriel Mollet, existierte 1993–97, bis 1995 mit Sitz im aargauischen Wettingen. Braun, 1962 in Graz geboren, absolvierte nach der Matura in Wettingen 1985–88 die Berufsschule für Tanz und Gymnastik bei →Ursula Kasics in Zürich (Diplom →SBTG). Mehrjährige Weiterbildung in New York, wo erste Choreografien entstanden (1989 "Echo", 1991 "One" und 1992 "Sleepwalking – Wide Awake"), in Österreich und Frankreich. Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz 1993 war sie bis Ende Juni Mitglied der Betriebsgruppe der →Claque in Baden. Seit 1993 Unterrichtstätigkeit (Jazz Tanz und Modern). Mollet, 1965 in Aarau geboren, absolvierte nach der Matura in Baden 1984–86 die "Berufsausbildung für Gymnastik Dietrich + Piller" (Diplom SBTG), bildete sich 1986–89 am Theater Laboratorium "Salambo" bei →Werner Bodinek weiter und studierte 1989–91 elementaren Tanz an der Deutschen Sporthochschule Köln (erste Choreografien). 1992 entstand das Solotanzprogramm "Pflastersteine", weitere eigene Choreografien folgten. Daneben Weiterbildung in klassischem und zeitgenössischem Tanz sowie in Contact Improvisation im In- und Ausland. Die erste gemeinsame Choreografie von Braun und Mollet als S., "Zu zweit allein", wurde 1993 in Baden uraufgeführt. Ebenfalls 1993 folgte in Zusammenarbeit mit der Regisseurin →Barbara Liebster die Choreografie "Another Waste Land", basierend auf der Biografie und dem Werk der Schriftstellerin Sylvia Plath. Sie wurde 1994 an verschiedenen Festivals (unter anderem an den Rencontres chorégraphiques internationales in Neuenburg) in der Schweiz sowie am Neuen Theater München, in der →Dampfzentrale in Bern und im →Theaterhaus Gessnerallee Zürich gezeigt; weitere Aufführungen in der Schweiz, in München und an den Bregenzer Festspielen bis 1997. 1996 folgte die Produktion "A. tendre" (Uraufführung in der →Roten Fabrik Zürich), eine Auseinandersetzung mit Emotionen, die im Zustand des Wartens entstehen. Dazwischen entstand "Maschine/Robots", eine Auftragsarbeit für die Asea Brown Boveri (ABB) AG in Baden (1995). Nach 1997 gingen Braun und Mollet wieder getrennte Wege. Braun war 1999–2001 Mitglied der Gruppe Labor G.RAS (zunächst in Hamburg, seit 2000 in Berlin): Tournee in der Schweiz, Deutschland, Belgien und Grossbritannien mit "Temporary Stories", drei Choreografien verschiedener Choreografen (darunter David Hernandez, mit dem sie weiterhin zusammenarbeitete). Mollet wandte sich 1997 der Tanzrichtung Capoeira zu und trat mit verschiedenen Tanz- und Theatergruppen auf, unter anderem mit Grupo de Capoeira União. Daneben Unterrichtstätigkeit in der Schweiz.



Autorin: Marianne Forster



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Forster, Marianne: Suriel Tanztheater, Baden AG, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1776.