Sylvia Gähwiller

Aus Theaterlexikon
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* 5.7.1909 Zürich, † 19.3.1999 Zürich.

Zunächst Klavierstudium in Breslau, Berlin, Wien und Zürich (1932 Klavierdiplom), dann Gesangsausbildung bei Ria Ginster in Zürich. 1941–47 als Gast am →Stadttheater St. Gallen, wo sie als Pamina in Mozarts "Die Zauberflöte" debütierte. Es folgten die Mozart-Partien Konstanze in "Die Entführung aus dem Serail" und Contessa Almaviva in "Le nozze di Figaro" sowie die Titelpartie in Flotows "Martha", Baronin Freimann in Lortzings "Der Wildschütz", Mimì in Puccinis "La Bohème", Rosina in Rossinis "Il barbiere di Siviglia", Elmire in →Othmar Schoecks "Erwin und Elmire", die Titelpartien in Schubert/→Otto Maag/→Felix Weingartners "Schneewittchen" und Thomas’ "Mignon". Obwohl G. ausschliesslich als Konzertsängerin international bekannt wurde, übernahm sie hin und wieder wichtige Partien in konzertanten Opernaufführungen. So sang sie Le Renard und La Sœur jumelle in Milhauds "Les Malheurs d’Orphée" (Basel, 1953), die Titelrolle in Monteverdis "L’incoronazione di Poppea" (Zürich, 1955), Ilia in Mozarts "Idomeneo" (Lugano, 1944), Dido in Purcells "Dido and Aeneas" (Basel, 1949) und Paracha in Strawinskys "Mavra" (Junifestwochen Zürich, 1951). Bei der Berner Radio-Oper war sie ausserdem in Werken von Adam, Gustave Charpentier, Humperdinck und Tschaikowsky zu hören. Ihre stilsichere, leuchtende Sopranstimme ist auf den ersten – allerdings stark gekürzten – Gesamtaufnahmen von Händels "Giulio Cesare in Egitto" (Cleopatra) und Monteverdis "L’incoronazione di Poppea" (Poppea) zu hören. Bedeutende Gesangspädagogin, in den sechziger und siebziger Jahren an den Konservatorien Zürich und Winterthur, danach privat. Zu ihren Schülern gehörten unter anderem →Hedda Heusser, →Barbara Martig-Tüller, →Niklaus Tüller.

Auszeichnungen

  • 1976 Hans-Georg-Nägeli-Medaille der Stadt Zürich.


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Sylvia Gähwiller, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 669.

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