Tösstaler Marionetten, Rikon ZH

Aus Theaterlexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

Figurentheater, Wanderbühne mit festem Ensemble, Eigenproduktionen

Die Bühne wurde 1983 unter Werner Bühlmanns Namen gegründet, der das Theater sowohl künstlerisch als auch organisatorisch-administrativ leitet. Zum derzeitigen Ensemble zählen Werner und Theodora Bühlmann, Kathrin Tchenar-Graf und Erich Bockstaller. Werner Bühlmann (* 31.3.1953 Rüti ZH) erwarb 1974 das Primarlehrerpatent in Zürich. 1976 lernte er als Stipendiat am Tandarica Theater in Bukarest und bildete sich anschliessend an der →Schauspiel-Akademie Zürich sowie am Institut International de la Marionnette in Charle­ville-Mézières in Frankreich weiter; 1978–81 folgten das Heilpädagogische Seminar in Zürich und weitere Seminare in der Lehrerfortbildung. Erste Inszenierungserfahrung erwarb Werner Bühlmann 1977 mit Prokofjews "Peter und der Wolf", einem Spiel mit offen geführten Fadenpuppen und Live-Musik der →Marottechischte Zürich. Seit der Gründung der eigenen Bühne entstanden mehr als ein Dutzend Inszenierungen für Kinder und für Erwachsene, bei denen Puppen und Figuren verschiedenster Führungstechnik, aber auch Masken, Schattenspiel und Projektionen verwendet wurden. Unter dem Namen Figurentheater Bühlmann kamen "Die Prinzessin, die nicht schlafen konnte" (1983) und "Christophorus" (1984), ein modernes Mysterienspiel von Anton Kürzi, zur Aufführung. Es folgten, ab 1985 unter dem Namen T., unter anderem "Lubomir" (1987), "s’Märli vom Fygesack" (1990), "Titanic" nach einem Theaterstück von Eva Meisel (1992), "Hokus-Pokus Bäseschtiil" (1994), ein Kasperlitheater mit Handpuppen, "De tumm Tüüfel Tolpatsch" (1996) und eine Inszenierung mit Figuren von →Otto Morach, geschnitzt von →Carl Fischer, für die Ausstellung "Sammelsurium" des Kunstgewerbemuseums Winterthur (1997). Ausserdem entstanden in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Fernsehen DRS einige Puppenfilme, darunter "Bilder zur Geschichte der Hugenotten" (1985) und "Lubomir" (1989), die Bilderbücher "Lubomir" (1995) und "Vom Marienkäferchen, das gern eine Bassgeige werden wollte" (1998), die Suchtpräventionsprojekte "Fitzlipuzzli" (1993) für die 1.–3. Klasse und "D’Gschicht vom chline Drache" für das Puppentheater Störgeli als Präventionsspiel in Kindergärten. Verbandsmitglied: →UNIMA Suisse.

Auszeichnungen

  • Die T. erhielten 1991 den Spezialpreis des internationalen Festivals in Uzhgorod, Ukraine, für ihre Inszenierung "Der Mondsee".


Autorin: Elke Krafka



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Krafka, Elke: Tösstaler Marionetten, Rikon ZH, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1957–1958.