Tamara Hert

Aus Theaterlexikon
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* 5.12.1940 Basel. ∞ 1964–83 Albrecht Gasteiner, Musikproduzent und Journalist.

Ausbildung zur Sopranistin bei Margarethe Haeser in Zürich (1956–60), am Konservatorium Basel (theoretische Fächer) und bei Ria Schmitz-Gohr am Mozarteum in Salzburg (bis 1962). Erstes Engagement 1970/71 am Städtebundtheater Hof, wo sie Lisa in Léhars "Das Land des Lächelns" und Micaëla in Bizets "Carmen" sang. Danach war H. 1971–73 an den Bühnen der Hansestadt Lübeck und 1978/79 am Staatstheater Kassel engagiert; in Lübeck trat sie bis 1978, in Kassel bis 1982 auch als Gast auf. 1974–83 war H. teils Gast, teils Ensemblemitglied der →Basler Theater. In diesen Jahren auch Gastverpflichtungen am →Stadttheater Bern, am →Stadttheater St. Gallen, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, am →Grand Théâtre in Genf, an der Volksoper und der Staatsoper in Wien, am →Opernhaus Zürich sowie in Bonn, Darmstadt, Frankfurt am Main, Oldenburg, Mannheim und an den Eutiner Sommerspielen. Zu ihren wichtigsten Rollen zählten Nannetta und Alice Ford in Verdis "Falstaff", Gilda in dessen "Rigoletto" (1973 in St. Gallen, 1980 in Bern), Elvira in Bellinis "I puritani" (1980 in Bern), Lucia in Donizettis "Lucia di Lammermoor" (1976 in St. Gallen und in zahlreichen Gastverpflichtungen), Rosalinde in Johann Strauß’ "Die Fledermaus", Antonia und Giulietta in Offenbachs "Les Contes d’Hoffmann" (1975 in Basel), Liù in Puccinis "Turandot" (1976 in Basel) und Pamina in Mozarts "Die Zauberflöte". Die Pamina sang H. 1974 bei ihrem Basler Debüt sowie 1979 am Stadttheater St. Gallen in der Inszenierung von →Wolfgang Zörner, die auch zur Eröffnung des neu erbauten Winterthurer →Theaters am Stadtgarten im November 1979 gezeigt wurde; in derselben Inszenierung trat sie in einigen Vorstellungen auch als Königin der Nacht auf. In Basel war sie ausserdem 1981 als Christa in der szenischen Schweizer Erstaufführung von Janáčeks "Die Sache Makropoulos" (Regie: Bohumil Herlischka, musikalische Leitung: →Armin Jordan) und 1983 als Angelica in der Schweizer Erstaufführung von Haydns "Orlando Paladino" (Regie: →Wolfgang Quetes, musikalische Leitung: Kurt Brass) zu sehen. Als in ganz Europa beschäftigte Konzertsängerin war sie auch an den Uraufführungen von →Armin Schiblers "The Point of Return" (1972 in Basel) und Robert Suters "Marcia funebre" (1982 in Zürich) beteiligt. Diverse Radio- und Fernsehverpflichtungen, mehrere Einspielungen auf Tonträger. H.s letzte Bühnenrolle war die Eurydike in →Heinz Spoerlis Ballett-Neufassung von Glucks "Orpheus und Eurydike" 1983 an den Basler Theatern. Bis Mitte der neunziger Jahre trat sie als Konzert- und Oratoriensängerin auf.



Autor: Thomas Waldmann



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Waldmann, Thomas: Tamara Hert, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 833–834.

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