Terrance Ho Sin Hang

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* 16.6.1951 Nam Hoi (RC).

Ausbildung 1966–71 an der Royal Academy of Dance in Hongkong und London, am The Place in London und am London Dance Centre. Erste Engagements als Tänzer 1968/69 am Hong Kong Ballet, 1971/72 als Solotänzer an den Städtischen Bühnen Münster und 1972/73 am Ballet Royal de Wallonie im belgischen Charleroi. 1973–75 Solotänzer, anschliessend bis 1979 als Gast am →Stadttheater Luzern (Ballettleitung: →Riccardo Duse) und 1975–77 im Ballett der →Basler Theater (Ballettdirektion: →Heinz Spoerli, Ballettmeister: Duse). H. tanzte Solorollen aus bekannten Werken des Ballettrepertoires: in Luzern unter anderem in Strawinskys Ballettpartituren "Pulcinella", "Petruschka" und "Der Feuervogel" (als Kastschej), in Prokofjews "Romeo und Julia" (als Mercutio) und in Bartóks "Der wunderbare Mandarin"; in Basel den Puck in Spoerlis "Ein Sommernachtstraum" (Musik: Felix Mendelssohn Bartholdy), für dessen Darstellung er 1976 von deutschen Kritikern zum besten Nachwuchstänzer gewählt wurde, sowie in "War Poem". Ende der siebziger Jahre schuf H. erste Kurzchoreografien ("Der Fremde" zu einer Musikcollage für das Basler Ballett, "Alptraum" zu Musik von Pink Floyd für das Luzerner Ballett). 1977–83 Solotänzer an den Städtischen Bühnen Freiburg im Breisgau (Ballettleitung: Duse), daneben Gastengagements am →Stadttheater St. Gallen, am →Stadttheater Bern und in Hongkong. In Freiburg wurde er 1981/82 stellvertretender künstlerischer Leiter und 1982/83 Ballettmeister. 1983–86 Solotänzer, Ballettmeister und Choreograf am Staatstheater Kassel (Ballettdirektion: Duse), 1986–90 dort Ballettleiter und Solotänzer, bis 1994 tanzte er weiterhin im Ensemble und 1994/95 leitete er dieses nochmals interimistisch. In Kassel schuf er zahlreiche Werke, unter anderem 1987 "The Wall" (Musik: Pink Floyd), 1988 "Die sieben Todsünden" (Musik: Kurt Weill), 1989 "Münchhausen" (Musik: Rainer Kunad), 1990 "Tanzpalast" (Musik: Vladimir Cosmas), 1994 "Nussknacker und Mausekönig" (Musik: Tschaikowsky) und 1996 "Das Bildnis des Dorian Gray" (Musik: Gustav Holst, Arnold Bax und andere). 1992–94 arbeitete H. als Gastchoreograf an den Bühnen der Hansestadt Lübeck, am Staatstheater Cottbus und am Schauspiel Bonn. Seit 1999 Aufbau und Leitung der Ballettschule Ho in Kassel. Fernsehporträt "Von Honkong nach Fulda" (Westdeutscher Rundfunk, 1998).



Autorin: Lilo Weber



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Weber, Lilo: Ho Sin Hang, Terrance, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 875–876.

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