Theater- und Unterhaltungsgesellschaft Chur, Chur GR

Aus Theaterlexikon
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Amateurtheater, Sprechtheater in lokalem Dialekt und auf Hochdeutsch

Die T. ist der älteste Amateurtheaterverein der Stadt Chur. Sie ging aus Mitgliedern des "Katholischen Jünglingsvereins" hervor. Als ein neuer Präsident erklärte, Theatergeld sei Sündengeld, konnten die Mitglieder ihr Hobby nicht mehr ausüben. Sie initiierten daher eine eigene Theatergruppe und traten erstmals 1942 mit W. A. Panneks "Der verstossene Sohn" auf. Offiziell wurde der Verein am 17.11.1944 unter dem Namen "Unterhaltungsgruppe Chur" gegründet. Ein Jahr später wurde er in "Unterhaltungsgesellschaft Chur" und 1960 in T. umbenannt. Über viele Jahre produzierte die T. im Frühjahr ein Lustspiel, mit dem auch Gastspiele unternommen wurden, während sie jeweils im Herbst ein ernsteres Stück zeigte. Ausserdem hatte sie Einakter im Repertoire, die als Gastspiele vor allem bei anderen Vereinen gezeigt wurden. Zu den ernsten Stücken gehörten beispielsweise "Steinbock und Adler" nach →Maurus Carnot, Elmer Harris’ "Johnny Belinda", Pagnols "Die Tochter des Brunnenmachers" und Felix Mitterers "Uusgschtoosa" ("Kein Platz für Idioten"). Häufig gespielte Unterhaltungsstücke waren Peter Knarrs "Im goldiga Ochsa", Edi Nielsen/Ernst Gassmanns "d’Jasskassa" nach Labiche, Franz Streichers "s’Verlägeheitschind" und Walter Kalkus’ "s’neu Stüürgsetz". 1992 führte die T. zum fünfzigjährigen Jubiläum Barillet/Grédys Komödie "Die Kaktusblüte" auf. Seit der Gründung bis in die sechziger Jahre wurden mit Erfolg volkstümlich-bunte Abende veranstaltet. Diese fanden im Marsöl-Saal und in der Churer Markt- und Festhalle statt. Wegen Spielermangel und abnehmendem Interesse konnte seit 1994 nur noch ein Stück pro Jahr produziert werden. 1998 kam gar keine Aufführung zu Stande. 1999 nahm die T. ihre Tätigkeit wieder auf. Spielort war bis 1959 der Marsöl-Saal (etwa 200 Plätze) und ab 1960 das →Stadttheater Chur. Seit 2000 wird wieder im Marsöl-Saal und zudem im Kulturhaus Chur (etwa 75 Plätze) gespielt. Die T. finanzierte sich lange durch die Unterhaltungsabende und Gastspiele, später wurde sie auch von der Stadt Chur unterstützt. Verbandsmitglied: →ZSV.

Auszeichnungen



Autor: Sigi Blarer



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blarer, Sigi: Theater- und Unterhaltungsgesellschaft Chur, Chur GR, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1890.