Theater Bilitz, Münchwilen TG

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Freie Theatergruppe ohne eigene Spielstätte, Eigenproduktionen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit kleinem, festem Kernensemble und Gästen im Stückvertrag

Das T. wurde 1988 vom Schauspieler und Theaterpädagogen Roland Lötscher in Münchwilen als professionelles Kinder- und Jugendtheater gegründet. Ab 1990 wurde das Repertoire um Stücke für Erwachsene erweitert. Das T. ist als einfache Gesellschaft organisiert, bestehend aus dem als Leiter und geschäftsführenden Gesellschafter tätigen Lötscher und dem Gönnerverein "Pro Bilitz". Lötscher, die administrative Leitung sowie ein bis zwei Schauspielerinnen/Schauspieler sind fest angestellt, die anderen Mitwirkenden werden projektbezogen engagiert. Die Finanzierung erfolgt über Subventionen der Kantone Thurgau und St. Gallen (seit 1990) sowie Beiträge von Gemeinden, Stiftungen und Sponsoren. Das T., das als Tourneetheater seine Aufführungen in Schulen, Mehrzweckhallen und Kleintheatern schwerpunktmässig in der Ostschweiz, aber auch vereinzelt in der übrigen Schweiz sowie im deutschsprachigen Ausland zeigt, produzierte bisher über zwanzig Stücke, davon zirka je ein Drittel für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie zahlreiche Ur- und Schweizer Erstaufführungen. Zu diesen Produktionen gehörten: 1988 →Beat Fäh/→Liliana Heimbergs "Käthi B.", 1989 Ad de Bonts "Dussel und Schussel" (Regie beide: Rolf Parton) und →Ueli Blums "Smash" (Regie: Jo Eisfeld), 1990 Wilfrid Grotes "König in der Pfütze" (Regie: Lötscher), Rainer Pucherts "Miststücke II" (Regie: Alexander Stoia), 1991 das Ensembleprojekt "Kriegfeld" (Regie: Lötscher), 1992 Günter Jankowiak/Ingrid Ollrogges "Flumi und Mampfer spielen Froschkönig", 1993 Marcell Gödde/Thomas Köller/Christian Rzepka/Franz Zöhrens "Peter Steffen; Neonazi" und Werner Koflers "Zell-Arzberg" (Regie jeweils: Stoia), 1994 →Mark Wetters "Platzkonzert und Kofferflug" (Regie: Wetter) und 1995 Oliver Kühns "Ausgetrixt" (Regie: Lötscher), 1996 Alma Jongerius’ "Guet Nacht, min Bär" (Regie: Urs Beeler) und Patrick Barlows "The Greatest Story Ever Told" (Regie: Stoia, Koproduktion mit dem →Stadttheater St. Gallen), 1997 Willi Hänes "Jupnus und Iopa" (Regie: Lötscher), 1998 Lutz Hübners "Das Herz eines Boxers" (Regie: →Jordi Vilardaga), 2000 Robert Parrs "Die Tochter meiner Mutter" (Regie: Beeler), 2001 Diana Raznovichs "Casa Matriz" (Regie: →Helmut Vogel) und "Paul und Paula" nach Plenzdorf (Regie: Barbara Bucher). Lese- und Liederprogramme, Forumtheater und Theateranimationen sowie theaterpädagogische Projekte ergänzen das Programm. Das T. ist die einzige ganzjährig arbeitende professionelle Theatergruppe im Thurgau. Mit altersgerechten Inszenierungen leistet sie in der Ostschweiz einen wichtigen kulturellen und pädagogischen Beitrag. Verbandsmitglied: →ASTEJ, →KTV.

Auszeichnungen

  • 2001 Thurgauer Kulturpreis für Lötscher.


Autor: Jean Grädel



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Grädel, Jean: Theater Bilitz, Münchwilen TG, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1850–1851, mit Abbildung auf S. 1850.