Theater Hallau, Hallau SH

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Amateurtheater, Sprechtheater meist in lokalem Dialekt

Gemäss der "Klettgauer Zeitung" gab es bereits in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts einen "Dramatischen Verein Hallau"; 1905 wurde er wiederbelebt und zeigte bis 1920 rund zehn hauptsächlich historische und vaterländische Stücke. Da die Theateraktivitäten durch den Ersten Weltkrieg und die darauf folgenden Jahre erschwert wurden, schloss sich der Dramatische Verein 1921 mit dem örtlichen Turnverein zusammen und gründete die "Dramatische Sektion des Turnvereins Hallau", auch "DS" genannt. Für viele Inszenierungen wurden nun Personen aus dem Turnverein und dem Damen-Turnverein beigezogen, bis 1959 wurden bei der "DS" jedoch keine Frauen als Mitglieder aufgenommen. Die allmählich locker gewordene Verbindung zum Turnverein wurde 1990 aufgelöst, ein selbstständiger Verein mit dem Namen T. entstand. Das T. zeigte ab 1921 mit wenigen Unterbrechungen rund eine Inszenierung pro Jahr, meist Volkstheaterstücke, Lustspiele sowie Komödien, teils Schwänke. Bei der Auswahl wurden Schweizer Autoren und Themen bevorzugt. Gespielt wurde unter anderem 1925 und 1953 Carl Laufs/Wilhelm Jacobys "Pension Schöller", 1942 →Cäsar von Arx’ "Der Verrat von Novara", 1946 die Uraufführung von Hans Martin Rahms "S’Spiegelbethli", 1955 Kaspar Freulers "Anna Göldi", 1962 →Albert Jakob Weltis "Streibruch", 1977 →Peter Lotars "Wachtmeister Studer greift ein" nach Friedrich Glauser sowie 1982 →Carl Zuckmayers "De fröhlich Wiiberg". Seit den neunziger Jahren werden vermehrt Stücke fremdsprachiger Autoren in Dialektbearbeitungen gegeben, beispielsweise 1994 John Patricks "Gspässigi Lüüt", 2000 Rick Abbots "Spiled wiiter!"und 2002 Agatha Christies "Die Mausefalle". Für Ausstattung und Regie sind seit der Gründung Vereinsmitglieder verantwortlich. Die Aufführungen finden im Saal des Gemeindehauses Hallau statt, welcher von der Gemeinde unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird (zirka 150 Plätze). Ansonsten erhält die T. keine öffentlichen Zuwendungen, sie finanziert sich durch Eintrittsgelder, Mitglieder-, Gönner- und Sponsorenbeiträge. Verbandsmitglied: →ZSV.

Literatur

  • Rahm, Hans Martin: 50 Jahre Dramatische Sektion des Turnvereins Hallau 1921–1971, o. J. [1971].
  • Grüninger, Hans: 75 Jahre T., 1996.


Autor: Sigi Blarer



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blarer, Sigi: Theater Hallau, Hallau SH, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1868–1869.