Theater vis-à-vis, Basel BS

Aus Theaterlexikon
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Kleintheater, Eigenproduktionen, Sprechtheater

Am 17.8.1973 eröffnete →Renato Cibolini das Café-Theater T. im Café Atlantis, das parallel als Jazz-Café weitergeführt wurde, mit "2 x Offenbach", zwei einaktigen Operetten von Jacques Offenbach. Der Name des Theaters leitete sich von seiner Lage unmittelbar gegenüber dem →Stadttheater Basel ab. Die Schauspielerinnen und Schauspieler (unter anderen →Carl Schell, →Charlotte Sender, →Hanns Bastian, →Zbyslaw Woźniak) arbeiteten ohne feste Gage mit prozentualer Beteiligung an den Einnahmen. Gezeigt wurden vor allem Boulevardkomödien und Kriminalstücke, zumeist von Cibolini inszeniert, oft spielte er auch die Hauptrolle. Mit Beginn der Saison 1974/75 übernahm →Helmut Förnbacher die Leitung des T. Aufgeführt wurden unter anderem Ephraim Kishons "Der Trauschein", Michel Fermauds "Match", →Hansjörg Schneiders "Sennentuntschi" (Regie: Schneider). Ende Saison wurde das T. aus finanziellen Gründen geschlossen. Am 30.8.1984 wurde das neue T., wiederum unter der Leitung von Cibolini, unmittelbar neben dem Café Atlantis mit →Friedrich Dürrenmatts "Achterloo" eröffnet. Das Konzept war erneut, Boulevardtheater zu spielen, unter Einbezug von Theaterstücken von Autoren wie Molière, Goldoni und Dürrenmatt. Der neu gegründete "Verein Theater vis-à-vis" hatte sich an den Umbaukosten für das neue T. beteiligt. Im August 1986 machte das T. Konkurs, im selben Jahr wurde es von →Dieter Ballmann übernommen. Gespielt wurde unter anderem Molières "Die Schule der Ehemänner", →Curt Goetz’ "Ingeborg" und Loriots "Szenen einer Ehe". Finanziell unterstützt wurde das T. durch Beiträge des Lotteriefonds Basel-Stadt. Im Oktober 1988 konnte auch Ballmann seinen Vertrag mit dem Besitzer der Liegenschaft, Diether Rohner, aus finanziellen Gründen nicht mehr verlängern. Neuer Mieter der Theaterräumlichkeiten wurde die Zeitung "Blick Basel" (Ringier Verlag); als Gastspielbühne sollte das T. Kulturinteressierten aus der Region Basel offenstehen. "Blick Basel" kündigte den Vertrag auf Ende März 1990. Darauf verkaufte Rohner die Liegenschaft, die seither nicht mehr als Spielstätte genutzt worden war.

Spielstätte

Klosterberg 13, 4051 Basel. Platzkapazität: 260 Plätze. Ab 1984: Klosterberg 15, 4051 Basel. Platzkapazität: rund 180 Plätze.



Autorin: Simone Müller



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Müller, Simone: Theater vis-à-vis, Basel BS, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1894.