Theatergesellschaft Arth, Arth SZ

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Amateurtheater mit Sprech- und Musiktheater

1851 gründeten 24 theaterbegeisterte Handwerker aus dem Dorf die T. Ziel war die Förderung von Kultur und Gewerbe während der Wintermonate. Seit ihrer Gründung zeigt die T. mit wenigen Unterbrechungen jährlich eine Inszenierung, der Erste und der Zweite Weltkrieg beeinträchtigten den Theaterbetrieb zwar, brachten ihn aber nicht zum Erliegen. Aufgeführt wurden vor allem Lustspiele, Komödien, Possen, vaterländische Schauspiele und Volksstücke, seit der Jahrhundertwende standen vermehrt auch Singspiele und Schauspiele mit Musik und Gesang auf dem Spielplan, beispielsweise 1862 eine dramatisierte Version von →Gottfried Kellers "Kleider machen Leute", 1867 →Philipp Walburg Kramers "Die Hexe von Gäbistorf. Ein historisch-romantisches Drama", 1911 "Der Trompeter von Säckingen", 1923 Raimunds "Der Verschwender", 1938/39 Nestroys "Der böse Geist Lumpazivagabundus", 1941 →Hans Haug/→Rudolph Bolo Maeglins "Gilberte de Courgenay", 1943 die Uraufführung von Joseph Holdeners "Tapfer und trü"und 1948 →Friedrich Buraus "S’ Liesel von Stein". Ein von der T. oft gespieltes Stück war →Thomas Bornhausers "Gemma von Arth", es wurde zwischen 1880/81 und 1965 sieben Mal in­szeniert. Das Stück war in der Innerschweiz verboten und musste für die T. umgeschrieben werden. Die musikalischen Produktionen prägten den Spielplan zunehmend, bis sich im Laufe der fünfziger Jahre die Operetten gänzlich etablierten. Seither erlebt die T., auch "Arther Operettenbühne" genannt, jedes Jahr von Januar bis April einen Zustrom von rund 20’000 Zuschauern aus der Schweiz und dem deutschsprachigen Ausland an ihren meist vierzig Aufführungen. Gezeigt wurden unter anderem 1953 Zellers "Der Vogelhändler", 1966 Leo Falls "Der fidele Bauer", 1980 Kálmáns "Die Csárdásfürstin", 1985 Oskar Nedbals "Polenblut", 1992 die Schweizer Erstaufführung von Robert Stolz’ "Frühjahrsparade", 1996 Paul Linckes "Frau Luna" und 2000 Johann Strauß’ "Eine Nacht in Venedig". Die T. verfügt über ein Potenzial von rund 200 Mitwirkenden und arbeitet unter professioneller Regie, so inszenierten beispielsweise →Albert May und Jochen Speer zahlreiche Produktionen. Anfangs spielte die T. im ehemaligen "Salzhaus" an der heutigen Luzernerstrasse. Erfolgreiche Aufführungen liessen die T. personell und finanziell erstarken, so dass sie an der Luzernerstrasse 21 ein eigenes Theater mit 500 Plätzen bauen konnte, welches 1903 eröffnet wurde. 1932 wurde das Gebäude erstmals renoviert, nach einer längeren Umbauphase in den achtziger Jahren wurde das vergrösserte Theaterhaus 1990 mit Johann Strauß’ "Die Fledermaus" wiedereröffnet. Das Haus wird seit 1926 auch als Kino genutzt. Die T. finanziert sich unter anderem durch Spieleinnahmen sowie Beiträge von Sponsoren und Gönnern. Verbandsmitglied: Musiktheatervereinigung.

Auszeichnungen

  • 1994 Kulturanerkennungspreis des Kantons Schwyz.

Literatur

  • 150 Jahre T., o. J. [2001].


Autor: Sigi Blarer



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blarer, Sigi: Theatergesellschaft Arth, Arth SZ, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1857–1858.