Theatergesellschaft Buochs, Buochs NW

Aus Theaterlexikon
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Amateurtheater, Sprechtheater

Am 1.1.1860 gründeten fünfzehn Theaterinteressierte die T., um die bereits bestehende Theatertradition in Buochs zu institutionalisieren. Seit der Gründung hat die T. rund zwanzig aktive Mitglieder, lange Zeit ausschliesslich Männer, seit 1981 auch Frauen. Weitere Beteiligte werden für die jeweiligen Produktionen beigezogen. Die T. inszenierte (mit wenigen Ausnahmen) ein Stück pro Jahr. Sie arbeitete oft mit professionellen Regisseuren, so beispielsweise mit →Friedrich Burau, →Raimund Bucher, Michel Dickoff, →Bruno Manazza, Joe Stadelmann und Rupert Dubsky. Bis 1920 zeigte die T. fast ausschliesslich schriftdeutsche Bühnenwerke, unter anderem Schillers "Wilhelm Tell" (1862, 1863, 1878 und 1892), zudem mehrere Stücke von →Charlotte Birch-Pfeiffer, Kotzebue sowie Oscar von Redwitz. Danach wurden zunehmend im Nidwaldner Dialekt zahlreiche Volksstücke und vaterländische Dramen gegeben, beispielsweise Andreas Zimmermanns "De Chrämerhälmi" (1921) sowie dessen "Älplerchilbi" (1922 und 1953), Franz Heinrich Achermanns «Dr Wildhüeter vo Beggä­ried» (1924, 1951, 1968, 1982 und 1998) und dessen "Dr Spysgeischt" (1936, 1946, 1962, 1976 und 1991), Maria Ineichen-Schüpfers "Erna vom Goldingerhof" (1957, 1970 und 1988) sowie deren "Buire-Bluet" (1958), zudem die Uraufführung von Dickoffs "D’Schällehöfler" (1977). Seit den achtziger Jahren spielte die T. häufig Komödien und Lustspiele, etwa Eduard Nilsens "Dr Milionegraf" (1986), Arthur Müllers "Wenns Glüick zigled" (1999) nach Nestroys "Zu ebener Erde und erster Stock" und Wilders "D’Hirats-Vermittleri" (2002). Als Spielstätte diente der T. anfangs die Bühne des Gasthauses "Sternen" in Buochs, bis das Gebäude 1875 vollständig niederbrannte. 1878 wurde das neu gebaute eigene Theater (heute rund 300 Plätze) am Dorfplatz 7 in Buochs eröffnet. Das Theater wird auch für Gastspiele vermietet. Die T. finanziert sich aus Eintritten und durch Beiträge von Sponsoren. Bekannt wurde die T. gesamtschweizerisch durch verschiedene Radio- und Fernsehaufzeichnungen. Verbandsmitglied: →ZSV.

Literatur

  • Baumgartner, Otto: 100 Jahre T., 1960.


Autorin: Josette Gillmann-Mahler



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Gillmann-Mahler, Josette: Theatergesellschaft Buochs, Buochs NW, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1858–1859.