Theatergesellschaft Oberentfelden, Oberentfelden AG

Aus Theaterlexikon
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Amateurtheater, Sprechtheater in lokalem Dialekt

1902 gründeten Theaterinteressierte aus der Region Entfelden einen "Dramatischen Club", der sich jedoch nach zwei Produktionen wieder auflöste. Die T. wurde 1909, nach dem Bau der Turnhalle "Dorf" in Oberentfelden, die als Spielstätte genutzt werden konnte, gegründet. Seither wird mit wenigen Unterbrechungen jeweils im Winter ein Stück inszeniert. Mehrere Jahrzehnte lang wurden vor allem ernste und heitere Volksschauspiele gezeigt, teils mit Musik und Gesang, so unter anderem Andreas Zimmermanns "Aelplerchilbi" (1926 und 1977), Anton Buchers "De Fischertoni" (1933), Jakob Muffs "Das Lawinendorf" (1934), →Cäsar von Arx’ "Vogel friss oder stirb" (1956 und 1980), Georg Ochsners "S’ Chorber Liseli" (1971). Für die Musik verantwortlich waren der Orchesterverein, nach dessen Auflösung bis Anfang der siebziger Jahre der Handharmonika-Club, danach die T. selbst. Grosse Publikumserfolge waren Elmer Harris’ "Johnny Belinda" (1979) und Conrad Adolf Angst-Burkardts "S’ Hager Rösi" (1984). Zum Spielplan gehören seit Mitte der achtziger Jahre vorwiegend Komödien und Lustspiele (etwa Mateo Lettunichs "Schelmereie", John Patricks "Gspässigi Lüüt" nach "The Curious Savage", Kesselrings "Arsen und Spitzenhäubchen", →Curt Goetz’ "Das Haus in Montevideo" sowie Pagnols "Marius"), selten auch ernste Stücke (etwa von Arx’ "Der Verrat von Novara" zur 700-Jahr-Feier der Schweiz 1991). Die Turnhalle "Dorf" mit Bühne wird von der Gemeinde als Aufführungsort kostenlos zur Verfügung gestellt, die Zuschauerkapazität beträgt knapp 500 Plätze. Finanziell unterstützt wird die T. durch Beiträge von Gönnern und Sponsoren. Verbandsmitglied: →ZSV.



Autor: Sigi Blarer



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blarer, Sigi: Theatergesellschaft Oberentfelden, Oberentfelden AG, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1860.