Theatergesellschaft Root, Root LU

Aus Theaterlexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

Amateurtheater, Sprech- und Musiktheater auf Hochdeutsch oder in Dialekt

Die T. wurde 1863 vom Lehrer Josef Grütter gegründet. Sie inszeniert seither – mit einer Unterbrechung 1904–20 – rund alle zwei Jahre ein Stück. Regie führten teils professionelle Kräfte, so unter anderem →Friedrich Burau. Da zu Beginn weder Geld noch Raum zur Verfügung standen, wurden die ersten Stücke im Freien gezeigt. 1865–70 fanden die Aufführungen, vorwiegend Einakter, die für spezielle Anlässe auf Bestellung gegeben wurden, in verschiedenen Restaurants statt. Danach spielte die T. in einer eigens für die Aufführungen gebauten Bretterbude, die nach der Spielzeit jeweils wieder abgebrochen werden musste. 1877–1990 diente der Saal des Gasthauses "Rössli" als Spielstätte. In den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens spielte die T. zahlreiche historische und vaterländische Stücke, unter anderem 1875 Joseph Ignaz von Ahs "Arnold von Winkelried", 1894 und 1904 Xaver Amiets "Hans Roth von Rumisberg oder Die Mordnacht von Solothurn 1382" sowie 1924 Anton Buchers "D’r Amme von Wäggis". Daneben fanden Lustspiele und Stücke von Erfolgsautoren des 19. Jahrhunderts wie August von Kotzebue, Theodor Körner und →Charlotte Birch-Pfeiffer Eingang in den Spielplan. Ab Mitte der dreissiger Jahre bis zum Abbruch des "Rössli"-Saals 1991 zeigte die T. (mit einigen Ausnahmen) Singspiele und Operetten, beispielsweise 1943 Max Reimann/Otto Schwartz’ "Das Glücksmädel", 1953 Wilhelm Stärks "Barbara fällt vom Himmel", 1971 →Paul Burkhards "Der schwarze Hecht" und 1984 Fred Raymonds "Maske in Blau". Ab 1992 gab die T. drei Freilichtaufführungen, unter anderem Ueli Bichsels "Chäserei i der Vehfreud" nach →Jeremias Gotthelf. Seit 1998 spielt sie im Saal des Gasthauses "Perlen" (rund 350 Plätze). Gezeigt wurden seither erneut musikalische Produktionen, so etwa 2000 Robert Stolz’ "Zwei Herzen im Dreivierteltakt". Die T. hat rund siebzig Mitglieder und finanziert sich durch Eintrittsgelder sowie Beiträge von Mitgliedern, Sponsoren, Gönnern und der Gemeinde Root. Verbandsmitglied: →ZSV, Musiktheater Vereinigung.

Literatur

  • Annen, Franz: 100 Jahre T. 1863–1963, o. J. [1963].


Autorin: Josette Gillmann-Mahler



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Gillmann-Mahler, Josette: Theatergesellschaft Root, Root LU, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1861.