Thorsten Kreissig

Aus Theaterlexikon
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* 2.10.1963 Reutlingen (D).

1973–83 Tanzausbildung an der John-Cranko-Schule in Stuttgart. 1983–90 Tänzer im Ballett der Niedersächsischen Staatstheater Hannover, ab 1986 als Solist. Parallel dazu Gastengagements, unter anderem in Choreografien von Johann Kresnik, →Uwe Scholz und Birgit Cullberg, Gesangs- und Schauspielunterricht und erste eigene Choreografien. 1990–92 freischaffend als Choreograf, Tänzer und Musicaldarsteller in Malmö, Valencia, Köln, Braunschweig und Hannover tätig. In dieser Zeit erarbeitete er auch das musikalisch-kabarettistische Soloprogramm "The Funtom of the Opera". 1991 wurde er zum ersten internationalen Choreografenwettbewerb nach Tokio eingeladen. 1992–96 Ballettdirektor am →Stadttheater Luzern. Seine Choreogra­fien sprudelten vor spielerischen Einfällen und Tanzfreude; die Ausstattungen dazu waren farbenprächtig und ausserordentlich fantasievoll. So verwandelte er beispielsweise 1993 einen Klassiker wie Tschaikowskys "Dornröschen" unter dem Titel "Die schlafende Schönheit – Dornröschen" in eine Art Comic-Märchen. Er setzte weitere klassische Vorlagen wie 1994 "Der Feuervogel" (Musik: Strawinsky) oder 1995 "Coppélia oder Der Sandmann" (Musik: Léo Delibes) um, schuf aber auch Werke zu Musik- und Literaturvorlagen wie 1993 "Konzert für Klavier und Streichorchester" von Alfred Schnittke, 1994 "Bach Games" zum 3. und 7. Klavierkonzert von Johann Sebastian Bach oder "Peer!"nach Henrik Ibsens "Peer Gynt" (Musik: Grieg). Unter seiner Leitung zeigten die Ensemblemitglieder in der Ballettwerkstatt "Junge Choreographen" regelmässig eigene Werke. Seit 1996 freischaffend als Darsteller, Choreograf und Regisseur, besonders in Musicals und im Musiktheater tätig, unter anderem 1995–2003 am Opernhaus Halle, 1998–2001 am Euro-Studio Landgraf, 1999–2001 an der Pocket Opera Company Nuernberg, 2000–03 am Staatstheater Cottbus und 2001–03 am Staatstheater am Gärtnerplatz München.

Auszeichnungen

  • 1991 1. Preis beim Wettbewerb des Verbands deutscher Musikerzieher und konzertierender Künstler in Berlin, Sparte Musical.


Autorin: Claudia Rosiny



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Rosiny, Claudia: Thorsten Kreissig, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1033–1034.

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