Toni von Tuason

Aus Theaterlexikon
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* 9.4.1909 Wil SG, † 4.5.1996 Locarno TI, eigent­lich Antoinette von T. ∞ →Rudi Wiechel, Schauspieler.

Sprechunterricht in Zürich, Schauspielausbildung bei Staatsschauspieler Kurt Junker in Stuttgart. Erste Engagements 1931/32 unter der Direktion von →Karl Schmid-Bloß am →Stadtthea­ter St. Gallen (Debüt 1931 als Fanny in Pagnols "Zum goldenen Anker") und 1933/34 unter der Direktion von →Egon Neudegg am →Stadttheater Basel (unter anderem Herold in Shaws "Die heilige Johanna"), daneben Schauspielunterricht bei →Hermann Vallentin. 1934 am →Cabaret Cornichon in Zürich und am →Schauspielhaus Zürich (in Devals "Towarisch", Regie: →Leopold Lindtberg), 1934–36 am →Stadttheater Schaffhausen, 1936/37 am →Städtebundtheater Biel-Solothurn. 1937–69 war T. Ensemblemitglied des →Stadttheaters Bern, wo sie rund 200 Rollen spielte, darunter in den ersten Jahren ihres Engagements Franziska in Lessings "Minna von Barnhelm" (Regie: →Fritz Jeßner), Hedwig in Ibsens "Die Wildente", Titania in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" (Regie: →Paul Kalbeck), Ophelia in Shakespeares "Hamlet" und Julia in dessen "Romeo und Julia" (mit →Alfred Lohner als Partner). Grossen Erfolg hatte sie 1949 in der Titelrolle von Anouilhs "Antigone" (Regie: Kalbeck), es folgten unter anderem 1950 Frau Elvsted in Ibsens "Hedda Gabler" (Regie: →Raimund Bucher) und 1951 Laura Wingfield in Williams’ "Die Glasmenagerie" sowie zahlreiche mittlere und kleinere Rollen. T. arbeitete am Stadttheater Bern zeitweise als Regieassistentin (unter anderem von Klaus Wagner) und inszenierte selbst zahlreiche Weihnachtsmärchen und Kinderstücke (darunter 1952 und 1962 Bassewitz’ "Peterchens Mondfahrt", 1960 die Uraufführung von →Paul Burkhard/Margrit Braeggers "Hex Zitterbein möcht Königin sein", 1961 →Werner Gutmann/→Harri Rodmanns "Schmunzlibus im Luftballon"), häufig in eigener Bühnenbearbeitung ("Aschenbrödel"/"Aschenputtel", "Dornröschen", "Schneewittchen und die sieben Zwerge", "Frau Holle" und "Das tapfere Schneiderlein" nach Grimm, "Zwerg Nase" nach Hauff). Diese erfolgreichen Dramatisierungen wurden teilweise auch an anderen Schweizer Bühnen wie der →Komödie Basel und dem →Stadttheater Luzern aufgeführt. T.s Märchenspiel "Die eigensinnige Prinzessin und der Kater Lump" wurde am 19.11.1966 am →Stadttheater Basel uraufgeführt (Regie: →Reto Babst). Seit ihrer Pensionierung 1969 lebte T. in Ronco sopra Ascona, wo sie Yoga-Kurse leitete und bis kurz vor ihrem Tod als Organistin tätig war.



Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Toni von Tuason, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1976–1977.

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