Trudi Gerster

Aus Theaterlexikon
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* 6.9.1919 St. Gallen, auch Trudy G. Mutter der Tänzerin Esther Jenny (→Esther und Keshava) und des Illustrators Andreas Jenny.

Matura, erster öffentlicher Auftritt 1939 als Märchenerzählerin an der Schweizerischen Landesausstellung in Zürich. 1939–40 Ausbildung am →Bühnenstudio Zürich, Privatstunden bei →Ernst Ginsberg und →Wolfgang Heinz. Debüt 1940 als Gast am →Stadttheater St. Gallen als s’Maiti in →Albert Jakob Weltis "Steibruch" mit →Heinrich Gretler (Regie: →Johannes Steiner), 1941–46 dort festes Engagement, zahlreiche Rollen: 1941 Walter in Schillers "Wilhelm Tell", Fini in Lehárs "Das Land des Lächelns" (Regie: →Curt Busch), 1942 Edritta in Grillparzers "Weh’ dem, der lügt" (Regie: →Karl Ferber) und Ljuba in Tolstois "Das Licht leuchtet in der Finsternis" (Regie: Steiner), 1943 Maria in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" (Regie: →Fritz Diez) und Eve in Kleists "Der zerbrochene Krug", 1944 Therese in →Alfred Gehris "Neues aus der 6. Etage" und Monika Holdermuth in der Uraufführung von →Johannes Werner Guggenheims "Erziehung zum Menschen", 1945 Angelique in Molières "Der eingebildete Kranke" und Hero in Shakespeares "Viel Lärm um nichts". Danach Stückverträge und Gastspiele, unter anderem 1947/48 mit Molnárs "Liliom", am →Stadttheater Luzern und am →Schauspielhaus Zürich. G. gab ihre Schauspielkarriere Mitte der fünfziger Jahre auf und wurde durch ihre zahlreichen Auftritte als Märchenerzählerin populär. Die Sendungen des Schweizer Radios DRS machten ihre Stimme im ganzen Land bekannt, zahlreiche Schallplattenaufnahmen prägten Generationen von Schweizer Kindern. 1968–80 war sie Grossrätin für den Landesring der Unabhängigen im Kantonsparlament von Basel-Stadt. Zahlreiche Märchensammlungen auf Tonträger und als Buch, unter anderem "T. G. verzellt" (1973), "Schweizer Märchen für Kinder erzählt" (1990), "Weihnachtsgeschichten" (1996), "Drachengeschichten" (1998), "Zauberhexen – Hexenzauber" (1999).



Autor: Redaktion



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Redaktion: Trudi Gerster, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 699.

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