UNIMA Suisse, Vereinigung Puppen- und Figurentheater, Winterthur ZH

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1959 trafen sich auf Anregung der Handpuppenspielerin →Therese Keller einige Puppenspieler, um die "Vereinigung schweizerischer Puppenbühnen" zu gründen. Erster Präsident war →Fred Schneckenburger. Bereits ein Jahr nach der Gründung kam ein eigenes Periodikum hinzu: die Zeitschrift "Puppenspiel und Puppenspieler"– "pp" genannt – (im ersten Jahr von Schneckenburger betreut, dann wechselnde Redaktionsleitung von Heft zu Heft bis 1968, heute "Figura"). 1963 wurde der Name in "Vereinigung schweizerischer Puppenspieler" geändert; damit konnte der Kreis der Adressaten vergrössert und das Augenmerk von den Bühnen auf die Spieler verlegt werden. 1981 kam es zu einer weiteren Namensänderung in "Schweizerische Vereinigung für das Puppenspiel (SVfP)". Mit der deutschsprachigen Bezeichnung "Puppenspiel" wurde das thematische Spektrum der Vereinigung erweitert, denn "Puppenspiel" subsumiert alle Bereiche, die sich mit Puppen spielerisch beschäftigen: Theater, Therapie und Pädagogik. 2002 einigte man sich auf den heutigen Namen U. Ziel der Vereinigung ist die Förderung des Puppenspiels unter künstlerischen und erzieherischen Gesichtspunkten. Heute sieht sich die U. zunehmend als Berufsverband, der die Mitglieder gegenüber Medien, Behörden, Stiftungen und anderen Theaterschaffenden im In- und Ausland vertritt. Längerfristige Ziele sind der Ausbau des Studiengangs "Figurentheater" an der →Theaterhochschule Zürich und die Realisierung eines "Hauses der Figuren", in dem unter anderem die Sammlung Voigt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll (Träger: Stiftung Internationale Figuren Theater Sammlung). Die Öffentlichkeitswirkung der U. wird durch die Organisation von Fachkursen, Vorträgen und Ausstellungen gewährleistet. Viermal im Jahr erscheint die zweisprachige Zeitschrift "Figura" (deutsch/französisch), die 1968–97 von →Gustav Gysin redaktionell betreut wurde, 1998 übernahm Elke Krafka die Redaktion. Seit 1994 wird im Zwei-Jahres-Rhythmus das Figura Theater Festival in Baden veranstaltet, das zeitgenössisches Figuren-, Schatten- und Objekttheater aus dem In- und Ausland präsentiert. Die bisher in mehreren Editionen erschienene Publikation "Figurentheater in der Schweiz. Bühnenverzeichnis" enthält die wichtigsten Daten zu Bühnen und Institutionen. Kontakte bestehen unter anderem zu →VTS, →KTV und →ASTEJ. Der internationale Austausch wird ebenfalls gefördert: 1972 wurde die U. Mitglied der Union internationale de la marionnette (→Schweizerisches UNIMA-Zentrum).



Autorin: Elke Krafka



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Krafka, Elke: UNIMA Suisse, Vereinigung Puppen- und Figurentheater, Winterthur ZH, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1984–1985.