Uli Eichenberger

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* 31.7.1922 Landiswil BE, † 19.5.1999 Thun BE.

Besuch der Kunstgewerbeschule. Schauspielausbildung bei →Paul Kalbeck in Bern und am →Bühnenstudio Zürich. E. spielte zunächst auf einer Tournee durch die Schweiz, dann am →Stadttheater Chur, Chur GR. Es folgten Engagements 1944–46 am →Stadttheater St. Gallen, 1947–60 am →Stadttheater Bern, Bern BE (Lanzelot Gobbo in Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig", Squenz in Shakes­peares "Ein Sommernachtstraum", Bleichenwang in Shakes­peares "Was ihr wollt", Davison in Schillers "Maria Stuart"), 1960–68 an der →Komödie Basel (Pianist in Anouilhs "Das Orchester", Regie: Hans Neuen­fels; Wilhelm Voigt in →Carl Zuckmayers "Der Hauptmann von Köpenick", Regie: →Heinrich Trimbur; Poprischtschin in Gogols "Tagebuch eines Wahnsinnigen", Regie: →Elmar Schulte; Harpagon in Molières "Der Geizige", Regie: →Margarethe Schell-von Noé; Jetter in Goethes "Egmont", Regie: →Will Quadflieg; Schigolch in →Frank Wedekinds "Lulu", Regie: →Charles Regnier), 1968/69 am Düsseldorfer Schauspielhaus, 1969–73 an der Städtischen Bühne Heidelberg (Frosch in Johann Strauß’ "Die Fledermaus", Harpagon in Molières "Der Geizige", Davies in Pinters "Der Hausmeister"), 1973–76 am Theater der Freien Hansestadt Bremen (Shakespeare in Rudkins "Vor der Nacht" und Dr. Freud in George Taboris "Sigmunds Freude", Regie jeweils: Tabori; Firs in Tschechows "Der Kirschgarten", Rentier Krüger in Hauptmanns "Der Biberpelz"), 1976–80 an den Wuppertaler Bühnen (Olaf in →Heinrich Henkels "Olaf und Albert"). 1980–86 gehörte E. erneut zum Ensemble des Stadttheaters Bern, unter anderem spielte er Meister Anton in Hebbels "Maria Magdalena", Schwitter in →Friedrich Dürrenmatts "Der Meteor", Orgon in Molières "Tartuffe", Tell in →Hansjörg Schneiders "Der Schütze Tell", Shylock in Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig" (Regie: →Peter Bor­chardt), Clov in Becketts "Endspiel", Pertschichin in Gorkis "Die Kleinbürger" (Regie: →Wolfram Krempel). Ab 1986 war E. Ensemblemitglied des →Schauspielhauses Zürich, wo er jedoch nur noch in kleineren Rollen auftrat, 1988–98 auf der Basis von Gastverträgen. 1995 spielte er in der Magdalena­-Einsiedelei Düdingen im Einmann-Stück "Der Grossinquisitor" nach Dostojewski (Regie: Peter Hofer). E. verkörperte im Verlaufe seiner Karriere über 300 Bühnenrollen und machte sich mit seinen Interpretationen von kauzigen Aussenseitern und scheiternden Charakteren einen Namen, ebenso durch seine grosse Wandlungsfähigkeit. Diverse Rollen in Hörspielen sowie in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen (darunter 1979 Lötscher in →Markus Imhoofs Fernsehinszenierung von Henkels "Der Eisenwichser"/"Isewixer").

Nachlass

  • Teilnachlass in der Schweizerischen Theatersammlung, Bern.


Autorin: Simone Müller



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Müller, Simone: Uli Eichenberger, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 524.

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