Ulrich Brecht

Aus Theaterlexikon
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* 8.10.1927 Wertheim (D).

1946–48 Studium an den Universitäten Heidelberg und Göttingen. 1947–48 Bühnenausbildung bei Gustav Rudolf Sellner. 1948–51 Schauspieler, Regieassistent und Dramaturg an den Bühnen der Landeshauptstadt Kiel, 1951–53 Schauspieler und Spielleiter am Landestheater Darmstadt, 1953/54 Dramaturg und Spielleiter am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, 1954–57 unter der Direktion von →Ernst Dietz Oberspielleiter der Oper, Spielleiter des Schauspiels und Dramaturg am →Stadttheater Luzern (Inszenierungen unter anderem von Verdis "Otello" und "Rigoletto", Donizettis "Don Pasquale", Mozarts "Die Zauberflöte", Puccinis "Tosca", Shakespeares "Mass für Mass", Shaws "Pygmalion" und Sophokles’ "König Ödipus"), 1957–59 Oberspielleiter des Schauspiels und Spielleiter der Oper am Staatstheater Oldenburg, 1959–62 Oberspielleiter des Schauspiels und der Oper an den Bühnen der Hansestadt Lübeck (unter anderem 1961 Uraufführung von Dorsts "Grosse Schmährede an der Stadtmauer"), 1962–66 Intendant des Ulmer Theaters (1966 deutschsprachige Erstaufführung von Armand Gattis "Berichte von einem provisorischen Planeten"), daneben Gast­inszenierungen unter anderem am →Stadttheater Basel (1964 Schweizer Erstaufführung von Kipphardts "In der Sache J. Robert Oppenheimer"). 1966–72 Intendant des Staatstheaters Kassel, dort unter anderem Sophokles/Hölderlins "Antigone" (1969 eingeladen zum Berliner Theatertreffen) und eine Aufsehen erregende Inszenierung von Aristophanes’ "Lysistrata" in der Ausstattung von Niki de Saint-Phalle. 1972 wurde B. als Nachfolger von Karlheinz Stroux Generalintendant des Düsseldorfer Schauspielhauses. 1976 demissionierte er nach Angriffen in der Presse und Vorwürfen von offizieller Seite wegen finanzieller Fehldisposition und der Spielplankonzeption. Gastinszenierungen unter anderem am Staatstheater am Gärtnerplatz in München (1976 Nicolais "Die lustigen Weiber von Windsor"), an der Deutschen Oper Berlin, am Staatstheater Darmstadt und an den Städtischen Bühnen Nürnberg (1975 Mussorgskys "Boris Godunow"). 1978–83 war B. Generalintendant des Theaters der Stadt Essen, 1983–89 Intendant der Städtischen Bühnen Freiburg im Breisgau. Danach inszenierte B. als freischaffender Regisseur unter anderem in Mainz, Oberhausen, Saarbrücken, Ulm, Kaiserslautern und Potsdam.



Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Ulrich Brecht, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 266.

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