Ulrich Meyer-Schoellkopf

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* 27.5.1935 Zürich, auch Ulrich Meyer.

Nach der Matura 1954–58 Musikstudium am Conser­vatoire national in Paris. 1958–60 Dirigierstudien in Wien, Assistent von Josef Krips an der Wiener Staatsoper. Korrepetitor und Assistent am →Stadttheater Zürich. 1962–67 ständiger Dirigent des Buffalo Philharmonic Orchestra, verbunden mit einem Lehrauftrag für Geschichte, Theorie und Dirigieren in Buffalo, ebenda Aufbau und Leitung eines Opernstudios. Neben Konzerten leitete M. in den USA Opern, Musicals und Ballettaufführungen. Gastdirigate unter anderem am →Opernhaus Zürich und an den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main. 1972–82 Direktor des →Stadttheaters Luzern und gleichzeitig Chefdirigent des Orchesters der Allgemeinen Musikgesellschaft Luzern, dem er bis 1990 vorstand. Oberspielleiter des Schauspiels am Stadttheater waren 1972–79 →Peter H. Stöhr und ab 1980 Jean-Paul Anderhub, Ballettmeister waren 1972–79 →Riccardo Duse und anschliessend →Dieter Ammann. Als Dirigent förderte M. besonders das Musiktheater. Schwerpunkte in seinem Programm waren Mozart, Verdi und zum Teil selten aufgeführte Werke aus dem italienischen Repertoire. Während seiner Direktionszeit leitete M. selbst mehr als die Hälfte der rund fünfzig Produktionen. So dirigierte er neben einem Mozart-Zyklus (Regie: →Karel Nemec) beispielsweise die Schweizer Erstaufführungen von Prokofjews "Die Verlobung im Kloster" (1976) und Schostakowitschs "Die Nase" (1979, Regie beide: Nemec) sowie die Uraufführung von Kurt Schwertsiks "Der lange Weg zur grossen Mauer" (1975, Regie: Richard Bletschacher). Ausserdem setzte er sich für Schweizer Komponisten ein. Er leitete →Franz Xaver Schnyder von Wartensees Zauberoper "Fortunat" (1978, Regie: →Walter Oberer) und →Othmar Schoecks "Vom Fischer un syner Fru" (1981, Regie: Nemec) sowie als letzte Produktion am Stadttheater dessen "Don Ranudo" (1982, Regie: Robert Hoyem). Mit den Aufführungen von Bellinis "I Capuleti e i Montecchi" (1974 im Rahmen der Internationalen Musikfestwochen Luzern, Regie: Piero Faggioni, musikalische Leitung: Stuart Challender) und Donizettis "Maria Stuarda" (1979, Regie: Faggioni, musikalische Leitung: M.) leistete das Stadttheater Luzern unter M. einen grossen Beitrag zur Wiederbelebung des italienischen "Romantismo". Unter seiner Direktion wurden die Opern mit Ausnahme der komischen konsequent in der Originalsprache aufgeführt. 1981–91 war M. künstlerischer Direktor der Internationalen Musikfestwochen Luzern, 1991–96 Intendant des Berliner Philharmonischen Orchesters.

Auszeichnungen

  • 1996 Hans-von-Bülow-Medaille des Berliner Philharmonischen Orchesters.


Autorin: Ingrid Bigler‑Marschall



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Marschall-Bigler, Ingrid: Ulrich Meyer-Schoellkopf, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1240–1241.

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