Utz Eckstein

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* um 1490 Esslingen am Neckar (D), † 7.10.1558 Zürich, auch Huldrych, Ulrich E., Acrogoniaeus.

1522–23 Frühmesser im sanktgallischen Weesen, Kontakt zum Zwingli-Kreis und Übertritt zu den Reformierten, 1526–28 Pfarrer in Thalwil, 1528 Pfarrer in Rorschach, nach der Rekatholisierung der Gemeinde Rückkehr ins Zürichbiet, 1535–58 Pfarrer in Uster. Als Nachahmer des Berners →Niklaus Manuel verfasste E. religionspolemische Dialoge in gereimter derb-volkstümlicher Sprache, die rein äusserlich die Form eines Spiels aufweisen, durch das Fehlen jeglicher Handlung jedoch eher Pamphleten gleichen. Über eine Aufführung ist nichts bekannt. Die wichtigsten Veröffentlichungen erfolgten im Umfeld der Badener Disputation (1526): "Klag des Gloubens" (vor 1525), "Concilium" (1525), "Rychßtag" (1526). E. popularisierte und verteidigte in seinen dramatischen Gesprächen Zwinglis Argumente, griff die gängigen Themen reformierter Kritik auf und polemisierte gegen katholische Theologen.

Literatur

  • Baechtold, Jakob: Geschichte der deutschen Literatur in der Schweiz, 1892.
  • Jørgensen, Ninna: Bauer, Narr und Pfaffe, 1988.
  • Zinsli, Paul: Notvolles Prädikantenschicksal. In: Reformatio 9/1960.


Autorin: Heidy Greco-Kaufmann



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Greco-Kaufmann, Heidy: Utz Eckstein, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 514.

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