Valentin Jeker

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* 26.10.1934 Olten SO. Vater des Schauspielers David J. und der Schauspielerin Katharina Wackernagel.

Nach der Matura 1957–60 Schauspielausbildung am →Bühnenstudio Zürich. Engagements als Schauspieler (und Regieassistent) 1960–62 unter Kurt Hübner an der Städtischen Bühne Ulm (Maguire in O’Caseys "Der Rebell, der keiner war" und alter Gobbo in Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig", Regie jeweils: Peter Zadek), 1962–64 an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart, unter →Ulrich Brecht 1964–66 erneut am Ulmer Theater und 1966/67 am Staatstheater Kassel. 1967–72 unter Peter Palitzsch als Regieassistent, Schauspieler und Regisseur wiederum an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart (Filch in →Bertolt Brecht/Kurt Weills "Die Dreigroschenoper", Richmond in Shakespeares "Richard III.", Vizepräparator in Horváths "Glaube Liebe Hoffnung", Schweizerkas in Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder", Fortinbras in Shakespeares "Hamlet" sowie In­szenierungen von Fleißers "Pioniere in Ingolstadt" und Horváths "Kasimir und Karoline"). Gastin­szenierungen an den Städtischen Bühnen Frankfurt (1972 Synges "Der Held der westlichen Welt" und Kroetz’ "Männersache"), in Göttingen, Tübingen, Köln und Heidelberg. J. arbeitete über Jahrzehnte unter der Intendanz von Manfred Beilharz: 1973–76 am Landestheater Württemberg-Hohenzollern in Tübingen (Schillers "Kabale und Liebe", Brechts "Trommeln in der Nacht"), 1976–83 an den Städtischen Bühnen Freiburg im Breisgau (1980 "Transit" nach dem Roman von Anna Seghers, 1982 Shakespeares "Hamlet" und Kleists "Prinz Friedrich von Homburg"), 1983–91 am Staatstheater Kassel (1986 Becketts "Warten auf Godot" mit J. selbst als Pozzo, 1990 Koltès’ "Quai West") und seit 1991 am Schauspiel Bonn. Dort inszenierte J. unter anderem 1991 Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder" und die Uraufführung von Koltès’ "Das Erbe", 1993 Büchners "Woyzeck" (eingeladen zum Berliner Theatertreffen) und Dorsts "Eiszeit", 1994 Büchners "Dantons Tod", 1995 die deutschsprachige Erstaufführung von Koltès’ "Sallinger", 1995 Gombrowicz’ "Yvonne, Prinzessin von Burgund", 1996 Babels "Sonnenuntergang", 1997 die Uraufführung von Kaca Celans "Heimatbuch", 1998 Koltès’ "Rückkehr in die Wüste" (mit J.s Lebensgefährtin Sabine Wackernagel als Mathilde Serpenoise) und Hauptmanns "Rose Bernd" (eingeladen zum Berliner Theatertreffen), 2000 Rainald Goetz’ "Jeff Koons" und Barlachs "Der blaue Boll". Daneben inszenierte J. unter anderem am Staatstheater Darmstadt, an den →Basler Theatern (1975 Shakespeares "Wie es euch gefällt", 1976 die Uraufführung von →Hansjörg Schneiders "Die Schlummermutter" und die Schweizer Erstaufführung von Kroetz’ "Wunschkonzert", 1977 Hebbels "Maria Magdalena"), an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart, am Schauspielhaus Bochum (1987 Molières "Der Geizige", 1988 Brechts "Die Gewehre der Frau Carrar"), am Burgtheater Wien (1988 →Rolf Hochhuths "Der Stellvertreter") und am Staatsschauspiel Dresden (1994 Koltès’ "Roberto Zucco", 2000 Strindbergs "Totentanz"). Gelegentlich übernahm J. auch Fernsehrollen, so 1999 als Arzt Dr. Blaschek in der Fernsehserie "Tanja" (mit J.s Tochter Katharina Wackernagel in der Titelrolle).



Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Valentin Jeker, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 923–924.

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