Vera Skoronel

Aus Theaterlexikon
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* 28.5.1906 Zürich, † 24.3.1932 Berlin (D), eigentlich Lämmel.

Begann an der Kinderballettschule des →Stadttheaters Zürich zu tanzen, studierte bei →Rudolf von Laban und →Suzanne Perrottet, anschliessend an der Loheland-Schule (anthroposophische Siedlungsgemeinschaft) und bei →Mary Wigman in Dresden. S. war mit achtzehn Jahren Leiterin einer Schule und Tanzregisseurin der Städtischen Bühnen Oberhausen-Hamborn-Gladbeck, der ersten deutschen Tanzgruppe am Theater, die nur dem Neuen Tanz verpflichtet war. Ihr erfolgreiches erstes Programm umfasste "Crescendo", "Der Kriegerrhythmus", "Das Quadrat", "Das schwingend sanfte Lied" und "Ungarisch" (1924). Bahnbrechend wurde ihr "Tanzspiel" (Essen 1924). Ab 1926 führte sie zusammen mit →Berthe Trümpy in Berlin die gemeinsame Schule und leitete deren Tanzgruppe. 1927 gab sie in Berlin ihren ersten Soloabend unter anderem mit "Die Formel". Weitere Choreografien: "Legende des Weissen Waldes", "Die tanzenden Kulissen", "Erweckung der Massen" (Berlin 1927), "Tanz der Gegenpole" und "Kaleidoskop" (Tanzkongress München 1930). Skoronel war 1930 als Vertretung für Wigman im "Totenmal" vorgesehen. S. galt als technisch versierte Tänzerin von grosser Intensität und als choreografisches Talent. Sie strebte den abstrakten "absoluten Tanz" an und hatte einen starken Sinn für Formgebung und Armgesten. Oft integrierte sie Improvisation in ihre Choreografien. 1927 Leitung des Sprech- und Bewegungschors für die Aufführung "Der gespaltene Mensch" an der Berliner Volksbühne zusammen mit Trümpy. Schrieb mit fünfzehn Jahren den Roman "Asja und Skule" sowie die Artikel "Laban" in der Zeitschrift "Singchor und Tanz" (24/1929) und "Mary Wigmans Kompositionsstil" in "Schrifttanz" (3/1930).

Literatur

  • Lämmel, Rudolf: Der moderne Tanz, [1928].

Nachlass

  • Sammlung im Deutschen Tanzarchiv Köln und
  • Privatbesitz (Familie).


Autorin: Marianne Forster



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Forster, Marianne: Vera Skornoel, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1690.

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