Victoria Mazzarelli

Aus Theaterlexikon
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* 3.9.1966 Torrington (USA). ∞ Thomas Evertz, Schauspieler.

Ausbildung an der Torrington School of Ballet bei Sharon Dante. 1984–90 Mitglied des Balletts der Basler Theater/des →Theaters Basel unter →Heinz Spoerli, Solistin ab 1985. M. tanzte die Hauptrollen in Spoerlis "Coppélia" (Musik: Delibes), "Der Nussknacker" (Musik: Tschaikowsky) und "La Fille mal gardée" (Musik von Hérold, arrangiert von Jean-Michel Damases), in Balanchines "Agon" (Musik: Strawinsky), "Concerto barocco" (Musik: Bach), "Who Cares?"(Musik: Gershwin) und "Die vier Temperamente" (Musik: →Paul Hindemith) und in van Manens "Five Tangos" (Musik: Astor Piazzolla) und "Grosse Fuge" (Musik: Beethoven). Dazu schuf Spoerli für sie Rollen, die ihre Ausdrucksstärke und technische Überlegenheit herausforderten, so schon 1985 in "Concitato" (Musik: Ernst Bloch), 1986 Odile in "Schwanensee" (Musik: Tschaikowsky), 1987 in "Grid" (Musik: Schostakowitsch) und "Bluelight" (Musik: Arvo Pärt) und besonders 1989 Kitri in "Don Quixote" (Musik: Ludwig Minkus, Maurice Ravel, Klaus Arp), wo sie mit dem Startänzer Eric Vu-An im grossen Pas de deux von Petipa brillierte. Spoerli setzte sie auch in dem von ihm choreografierten Kinofilm "Zwei Frauen" (1989, Regie: Carl Schenkel) ein. 1990–96 Engagement beim Ballett Frankfurt der Theater der Stadt Frankfurt am Main/der Städtischen Bühnen Frankfurt am Main unter William Forsythe. 1996–2000 Mitglied des Zürcher Balletts am →Opernhaus Zürich unter Ballettdirektor Spoerli. In der Truppe, die keine Hierarchie kennt, tanzte M. in Werken von Spoerli und Gastchoreografen stets solistisch: 1996/97 in Forsythes "In the Middle … Somewhat Elevated" (Musik: Thom Willems), in den "Goldberg-Variationen" (Musik: Bach) und Helena in "Ein Sommernachtstraum"; 1997/98 in Balanchines "Serenade" und Jiří Kyliáns "Dreamtime" (Musik: Toru Takemitsu), das Strassenmädchen in "Romeo und Julia" (Musik: Prokofjew), besonders herausragend Myrtha in "Giselle" (Musik: Adam) und im zweiten Pas de deux und "beschwipsten" Schluss von van Manens "Black Cake"; 1998/99 in van Manens "Metaforen" (Musik: Daniel Lesur), in "… und Farben, die mitten in die Brust leuchten" und im Mozartballett "… eine lichte, helle, schöne Ferne". 2001–03 war M. Mitglied des Balletts des →Theaters Basel unter →Richard Wherlock. Seit der Beendigung ihrer Karriere als Tänzerin unterrichtet M. an der Torrington School of Ballet, an der sie selbst ausgebildet wurde. Auszeichnungen: 1984 Goldmedaille der New York International Ballet Competition.



Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Victoria Mazzarelli, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1212.

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