Vladimir Derevianko

Aus Theaterlexikon
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* 15.1.1959 Omsk (heute: RUS). ∞ Paola Belli, Tänzerin.

Tanzausbildung in Novosibirsk und 1971–77 an der Moskauer Choreografischen Schule (Bolschoi Ballett Schule). 1977–83 Mitglied des Bolschoi Balletts Moskau, tanzte hier so Unterschiedliches wie den Jüngling in "Les Sylphides" (Musik: Chopin, Choreografie: Michail Fokine), den Prinzen in "Der Nussknacker" (Musik: Tschaikowsky, Choreografie: Juri Grigorowitsch nach Lew Iwanow) und Mercutio in "Romeo und Julia" (Musik: Prokofjew, Choreografie: Grigorowitsch) und kreierte Hauptrollen in Werken von Grigorowitsch und Wladimir Wasiljew. 1983 Übersiedlung nach Rom. Karriere als weltweit begehrter Gastsolist, regelmässig beim London Festival Ballet, an der Hamburgischen Staatsoper unter John Neumeier und bei Roland Petit in Marseille. D. tanzte die Rollen des klassischen Repertoires und der zeitgenössischen Werke mit grosser Virtuosität und prägte jeden Auftritt mit seiner unverwechselbaren Persönlichkeit. 1986–93 erster Solist beim Ballett des →Opernhauses Zürich, wo →Uwe Scholz für den Startänzer Rollen wie den Feuervogel in "Der Feuervogel" (Musik: Strawinsky), Julien Sorel in "Rot und Schwarz" (Musik: Hector Berlioz) und Oberon in "Ein Sommernachtstraum" (Musik: Mendelssohn Bartholdy, Henry Purcell/Charles Wuorinen, Nino Rota und Charlie Chaplin) choreografierte. Unter →Bernd Roger Bienert tanzte D. neben dem James in Peter Schaufuss’ Version von August Bournonvilles "La Sylphide" (Musik: Hermann S. Løvenskjold) und Romeo in John Crankos "Romeo und Julia" (Musik: Prokofjew) auch in Bienerts "2trazoM" (Musik: Mozart) und "Der Nussknacker" (Musik: Tschaikowsky). 1993–2006 war D. Ballettdirektor der Sächsischen Staatsoper Dresden.

Auszeichnungen

  • 1977 Bronzemedaille beim Internationalen Tänzerwettbewerb in Moskau,
  • 1978 Goldmedaille beim Internationalen Tänzerwettbewerb in Varna.


Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Vladimir Derevianko, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 454–455.

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