Walter Boesch

Aus Theaterlexikon
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* 19.6.1905 Luzern, † 7.4.1988 Zollikon ZH.

B. studierte Geschichte und Literatur in Zürich und Paris; 1931 Promotion mit der Arbeit "Zur Geschichte der politischen Presse im Kanton Luzern von 1848–1914". Nach einem Volontariat im Feuilleton der "Neuen Zürcher Zeitung" Feuilletonredaktor beim "Luzerner Tagblatt" (1933–44) und anschliessend bis zu seiner Pensionierung Ende Juni 1970 Feuilletonchef des "Tages-Anzeigers" Zürich (Kürzel: -oe-). Dort erweiterte er die Kulturberichterstattung und führte etliche neue Sonderseiten ein (unter anderem "Theater", "Kunst und Musik"). B. besprach selbst fast alle Premieren am →Schauspielhaus Zürich, Zürich ZH, aber auch Aufführungen anderer Zürcher Bühnen, französische Gastspiele und zahlreiche Aufführungen in der übrigen Schweiz, zudem die meisten Ballett-Premieren. Seine Theaterkritiken zeichneten sich durch informative Sachlichkeit, aber auch durch pointiertes Urteil aus; man nannte sie auch "spritzig" und "scharfzüngig". Während der Kriegszeit gab B. einigen Emigranten die Chance, unter Umgehung des Arbeitsverbots zu publizieren. In den sechziger Jahren holte er progressive junge Leute ins Feuilleton (→Christoph Kuhn, →Hugo Leber, →Peter Meier) und unterstützte sie in ihrem Kampf für ein innovatives Theater in Zürich; zudem bot er vielen jungen Schriftstellern eine Plattform. Jurymitglied der Berner Dramenstiftung und zwanzig Jahre lang Mitglied der Prüfungskommission des →Bühnenstudios Zürich. 1956–62 Mitglied, 1962–66 Präsident der Städtischen Literaturkommission Zürich.

Nachlass

  • Stadtarchiv Zürich.


Autor: Tobias Hoffmann-Allenspach



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Hoffmann-Allenspach, Tobias: Walter Boesch, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 228.

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