Walter Jockisch

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* 20.2.1907 Arolsen (D), † 1970. ∞ Grete Weil, Schriftstellerin.

Aufgewachsen in Danzig, übersiedelte J. nach dem Ersten Weltkrieg nach Frankfurt am Main, wo er studierte und promovierte. Danach arbeitete er als Lehrer in einem Landerziehungsheim. 1935–37 assistierte er als Hilfsspielleiter bei →Oskar Wälterlin und →Walter Felsenstein an der Oper der Städtischen Bühnen Frankfurt am Main. 1937–40 zunächst als Spielleiter, ab 1938 als Oberspielleiter der Oper und Operette am Stadttheater Göttingen (Intendanz: Karl Bauer). 1940–44 an den Städtischen Bühnen Essen wiederum unter der Intendanz von Bauer zunächst als Spielleiter, Dramaturg und Leiter des künstlerischen Betriebsbüros, ab 1941 als Oberspielleiter der Oper. Danach wirkte J. erneut in Frankfurt (1947 Strawinsky/Charles Ferdinand Ramuz’ "L’→Histoire du Soldat"). 1946–48 Intendant des Landestheaters Darmstadt, an dem J. zuvor bereits als Gast inszeniert hatte (1943 Richard Strauss’ "Capriccio", 1946 Glucks "Orpheus und Eurydike"). 1948–50 Oberspielleiter der Oper an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart unter Operndirektor →Ferdinand Leitner. Parallel dazu und danach Gastinszenierungen, unter anderem an den Bühnen der Landeshauptstadt Kiel, erneut am Landestheater Darmstadt sowie am Landestheater Hannover (1952 Uraufführung von Henzes "Boulevard Solitude", wofür er zusammen mit Weil nach Abbé Prévosts "Histoire du chevalier Des Grieux et de Manon Lescaut" das Libretto verfasst hatte). 1960–63 Oberspielleiter der Oper und künstlerischer Beirat an den Städtischen Bühnen Oberhausen (Intendanz: Christian Mettin), 1964/65 Oberspielleiter der Oper und Operette an der Städtischen Bühne Heidelberg, daneben in den sechziger Jahren als Gastregisseur weiterhin in Darmstadt (unter anderem 1964 Offenbachs "Daphnis et Chloé"), am Theater der Stadt Bonn sowie in der Schweiz am →Stadttheater Luzern. Dort inszenierte er zwischen 1960 und 1968 unter der Direktion von →Horst Gnekow rund zwanzig Musiktheaterproduktionen, so unter anderem 1960 →Richard Wagners "Der fliegende Holländer", 1961 Glucks "Orpheus und Eurydike" und die Schweizer Erstaufführung von →Bertolt Brecht/Weills "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny", 1962 Mozarts "Die Hochzeit des Figaro", Donizettis "Der Liebestrank" und Offenbachs "Orpheus in der Unterwelt", 1963 Verdis "Die Macht des Schicksals", 1964 Mozarts "Die Zauberflöte", 1965 Flotows "Martha" und Millöckers "Gasparone", 1966 Busonis "Arlecchino" zusammen mit Strawinsky/Ramuz’ "Die Geschichte vom Soldaten" sowie 1968 Zellers "Der Vogelhändler". Mit Gnekow wechselte J. 1968 an die Städtischen Bühnen Münster, wo er bis zu seinem Tod als Oberspielleiter der Oper tätig war.



Autor: Redaktion



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Walter Jockisch, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 932.

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