Walter Langer

Aus Theaterlexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

* 29.10.1928 Wien (A).

1947–49 Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Debüt bei den Salzburger Festspielen als Pantalone in Goldonis "Der Diener zweier Herren" (Regie: Helene Thimig), dann Tournee durch die Schweiz, Holland und Deutschland mit der österreichischen Länderbühne (unter anderem Kalb in Schillers "Kabale und Liebe" und Bleichenwang in Shakespeares "Was ihr wollt"). Danach war L. an verschiedenen Bühnen in Wien tätig; er spielte an der Wiener Komödie, am Theater der Courage (Leitung: Stella Kadmon), am Parkringtheater (Indianerhäuptling in Jura Soyfers "Broadwaymelodie"), am Volkstheater, am Theater in der Josefstadt, an der Scala in Wien (1953 in →Bertolt Brecht/Gorkis "Die Mutter", Regie: Brecht). L. war zudem wesentlich an der Gründung des Theaters am Fleischmarkt beteiligt, wo er beispielsweise als Professor in Ionescos "Die Unterrichtsstunde" auftrat. 1956–65 war L. unter der Direktion von →Egon Karter an der →Komödie Basel engagiert, wo er in über vierzig Inszenierungen auftrat, etwa als Totengräber in Shakespeares "Hamlet", Gigl in Nestroys "Das Mädl aus der Vorstadt" (Regie: Gustav Manker), Mann in Pirandellos "Der Mann, das Tier und die Tugend" (Regie: Stavros Doufexis). 1965–84 gehörte L. zum Ensemble des Wiener Volkstheaters, wo er unter anderem den Schreiber Licht in Kleists "Der zerbrochene Krug", Melchior in Nestroys "Einen Jux will er sich machen" und Pitzl in dessen "Umsonst" sowie Baloun in Brechts "Schweyk im Zweiten Weltkrieg" spielte. 1984–91 war L. Ensemblemitglied des Burgtheaters Wien (unter anderem Zadi in Raimunds "Der Barometermacher auf der Zauberinsel", Regie: Lore Stefanek). Daneben Gastverpflichtungen, unter anderem beim Tourneetheater Egon Karter (1975/76 Anutschkin in Gogols "Heiratskomödie", Regie: Max Mairich), am Raimund-Theater in Wien, an den Bregenzer Festspielen und an den Seefestspielen Mörbisch. 1990 war L. an der Gründung des Festivals "Kunst & Künstler in Reichenau" beteiligt, im dortigen Kurtheater spielte er mehrere Nestroy-Rollen, darunter 1992 Stifler in "Der Zerrissene" (Regie: Rudolf Jusits) und 1998 den Herrn von Scheitermann in "Frühere Verhältnisse". Diverse Film- und Fernsehrollen, so beispielsweise Kudrnac in der ORF-Serie "Kaisermühlen Blues" (ab 1992).

Auszeichnungen

  • 1979 Karl-Skraup-Preis,
  • 2002 Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien.


Autor: Julia Danielczyk



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Danielczyk, Julia: Walter Langer, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1073.

Normdaten