Walter Müller von Kulm

Aus Theaterlexikon
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* 31.8.1899 Basel, † 3.10.1967 Basel. ∞ Gertrud Flügel, Violinistin.

Nach der Ausbildung zum Volksschullehrer unterrichtete M. 1921–28 in Othmarsingen. Daneben erste Musikstudien bei →Werner Wehrli in Aarau und an den Konservatorien Basel und Zürich unter anderem bei →Volkmar Andreae, Rudolf Moser und →Felix Weingartner. 1930 Theorielehrer-Diplom, danach Assistent von Gustav Güldenstein am Konservatorium Basel, ab 1932 dort auch Theorielehrer. Daneben Studien an der Universität Basel (Musikwissenschaft, Philosophie und Psychologie) und Tätigkeit als Chordirigent (unter anderem 1939–54 des Bach-Chors Basel). 1940–47 Musiklehrer am Kantonalen Lehrerseminar Basel-Stadt. 1947 Direktor des Konservatoriums Basel, das er 1954 durch Fusion mit der Musikschule und der Schola Cantorum Basiliensis zur →Musik-Akademie der Stadt Basel ausbaute und bis 1964 gemeinsam mit →Paul Sacher leitete. Ausserdem seit 1939 Mitglied des Zentralvorstands des Schweizerischen Musikpädagogischen Verbands (SMPV) und 1949–54 verantwortlicher Redaktor von dessen Publikationsorgan "Schweizerische Musikpädagogische Blätter". 1948 wurde M.s musiktheoretisches Werk "Grundriss der Harmonielehre" veröffentlicht. Erster Erfolg als Komponist mit der Uraufführung des "Kammerkonzerts für Violine und Streicher" opus 23 (1930) durch das Basler Kammerorchester unter Sacher. Der endgültige Durchbruch als Komponist gelang ihm 1935 mit dem Festspiel "Mutterland" auf einen Text von Karl Weber für das Eidgenössische Sängerfest Basel (Regie: →Oskar Wälterlin). Wälterlin verfasste auch das Libretto zu M.s Oper "Der Erfinder" (1938). Im gleichen Jahr erfolgreiche Uraufführung des Sommernachtsballetts "Die blaue Blume" opus 36 am →Stadttheater Zürich (Choreografie: →Pino und Pia Mlakar). M.s Musiksprache zeichnet sich durch Spielfreude und Orientierung an neoklassizistischen Formen aus. Sein Schaffen umfasst neben Bühnenwerken zwei Oratorien ("Vater unser" opus 52, "Petrus" opus 71), Orchesterwerke, Klavierlieder, Chöre und Kammermusik.

Literatur

  • Naegele, Verena/Ehrismann, Sibylle: W. M. v. K. – Biografie und Werkverzeichnis, 1999.

Nachlass

  • Universitätsbibliothek Basel.


Autorin: Verena Naegele



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Naegele, Verena: Walter Müller von Kulm, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1291–1292.

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