Walter Richter

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* 13.5.1905 Berlin (D), † 26.7.1985 Zürich. ∞ Felicitas Ruhm, Schauspielerin.

Zunächst Redaktionsvolontariat, dann Schauspielausbildung bei Ferdinand Gregori in Berlin. 1925 Debüt und erstes Engagement am Stadttheater Bremerhaven. Engagements 1926/27 an der Württembergischen Volksbühne Stuttgart, 1927/28 und 1929/30 am Reußischen Theater Gera, dazwischen an den Vereinigten Städtischen Theatern Düsseldorf, 1930/31 an den Vereinigten Theatern in Breslau, 1931–34 an den Städtischen Bühnen Köln, 1934–39 an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart, 1939–41 an den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main, 1941–47 am Deutschen Theater Berlin (unter anderem: 1941 Jau in Hauptmanns "Schluck und Jau"; 1942 Adam in Kleists "Der zerbrochene Krug" und Sosias in dessen "Amphitryon", Regie jeweils: →Heinz Hilpert; 1945 Claudius in Shakespeares "Hamlet"; 1947 Thoas in Goethes "Iphigenie auf Tauris"), 1942–45 auch am Theater in der Josefstadt Wien. 1947–73 spielte R. zahlreiche Charakterrollen am →Schauspielhaus Zürich, unter anderem 1948 die Titelrolle in Büchners "Woyzeck" (Regie: →Leonard Steckel), 1949 Stepan Iwanow in der Uraufführung von →Max Frischs "Als der Krieg zu Ende war" (Regie: →Kurt Horwitz), Marcus Antonius in Shakespeares "Antonius und Cleopatra" (Regie: →Oskar Wälterlin), 1952 Herodes in Hebbels "Herodes und Mariamne" (Regie: Horwitz), Eismeyer in →Carl Zuckmayers "Der fröhliche Weinberg" (Regie: →Werner Kraut/Zuckmayer), den Alten in Strindbergs "Gespenstersonate" (Regie: Steckel), Titelrolle in Büchners "Dantons Tod" (Regie: Wälterlin), Teddy in O’Caseys "Der Preispokal" (Regie: →Berthold Viertel) und Jean Aguerra in Sartres "Im Räderwerk", 1954 Nebukadnezar in →Friedrich Dürrenmatts "Ein Engel kommt nach Babylon", Pozzo in Becketts "Warten auf Godot" (Regie: Roger Blin), die Titelrolle in Shakespeares "Othello" (Regie: Wälterlin), Du Bosc in →Fritz Hochwälders "Donadieu" (Regie: →Leopold Lindtberg), Koruga in der Uraufführung von →Herbert Meiers "Die Barke von Gawdos", 1955 Kepler in der Uraufführung von →Albert Jakob Weltis "Hiob der Sieger", Max Lescallier in →Alfred Gehris "Das Ende der 6. Etage", 1956 Leontes in Shakespeares "Das Wintermärchen", 1959 Phil Hogan in O’Neills "Ein Mond für die Beladenen", 1961 die Titelrolle in Hauptmanns "Fuhrmann Henschel", 1962 Zettel in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" (Regie: Lindtberg), Edgar in Strindbergs "Totentanz", 1965 Big Daddy in Williams’ "Die Katze auf dem heissen Blechdach" (Regie: →Werner Düggelin). Daneben gastierte R. am →Stadttheater Basel (unter anderem 1957 Big Daddy in Williams’ "Die Katze auf dem heissen Blechdach", Regie: Hilpert) und an der →Komödie Basel (1959 Adam in Kleists "Der zerbrochene Krug", Regie: →Egon Karter; 1960 Jean in Strindbergs "Fräulein Julie", Regie: Steckel). Ab 1953 spielte R. auch am Bayerischen Staatsschauspiel München, ab 1954 am Schauspielhaus Bochum und an den Münchner Kammerspielen, ab 1955 mehrmals bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen, 1956–58 und 1965–67 bei den Burgfestspielen Jagsthausen (Titelrolle in Goethes "Götz von Berlichingen"), 1961/62 am Renaissance-Theater Berlin, 1963 bei den Freilichtspielen Schwäbisch Hall, 1963–65 am Badischen Staatstheater Karlsruhe, 1965/66 am Düsseldorfer Schauspielhaus, 1967/68 am Stadttheater Konstanz, 1969/70 am Thalia-Theater Hamburg sowie auf zahlreichen Tourneen unter anderem mit der →Bühne 64 Zürich und mit Egon Karters Tournee-Theater Basel (1969 Titelrolle in →Bertolt Brechts "Herr Puntila und sein Knecht Matti"). R. reüssierte auch in Film- und Fernsehrollen und erlangte grosse Popularität als Kommissar Trimmel in elf Folgen der Krimi-Reihe "Tatort" (Norddeutscher Rundfunk 1970–82). Am →Bühnenstudio Zürich war R. als Schauspiellehrer tätig.

Auszeichnungen

unter anderem

  • 1939 Ernennung zum Staatsschauspieler.


Autorin: Julia Danielczyk



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Danielczyk, Julia: Walter Richter, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1493–1494, mit Abbildung auf S. 1493.

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