Werner Wüthrich

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* 14.6.1947 Ittigen BE. 1967–74

Studium der Theaterwissenschaft an der Universität Wien, Promotion 1974 mit der Dissertation "Bertolt Brechts Aufnahme in der Schweiz 1923–1969". Seit 1978 ist W. wohnhaft in Bern und als Kulturschaffender, insbesondere als Dramatiker tätig. Zu seinen wichtigsten Bühnenwerken gehören "A Deplorable Original Swiss Story"über →Samuel Henzi (1972 als Hörspiel vom Schweizer Radio DRS produziert, 1974 als Tonträger unter dem Titel "Der Fall Samuel Henzi" erschienen), "Landflucht" (1979 als Fernsehspiel, Schweizer Fernsehen DRS, Regie: →Joseph Scheidegger; Uraufführung 11.2.1984 durch den Theaterverein des Männerchors Buchholterberg-Wachseldorn), "Halt auf Verlangen" (Uraufführung 4.3.1989 durch die Spielleute Hottwil), "Dällenbach" (Aufführung 19.9.1989, →Theater 1230 Bern, Fassung des Theaters nach Motiven von W.s gleichnamigen Stück), "Fast Nacht" (Szenische Lesung 15.5.1990 im Keller des →Schauspielhauses Zürich), "Zum weissen Kreuz" (Uraufführung 24.4.1992 durch das →Berner Ensemble im Rahmen des Festivals →Auawirleben, im →Alten Schlachthaus Bern, Regie: →Peter Borchardt), "MMM oder Corporate Identity" (Uraufführung 19.12.1993, Städtische Bühnen Nürnberg, Regie: Bernd Weißig, Schweizer Erstaufführung 25.2.1995 im Studio des →Stadttheaters St. Gallen) sowie "Herzkammer" (1993 als Hörspiel, Schweizer Radio DRS). Daneben führte W. Regie, so 1972 am →Galerietheater Die Rampe Bern (José Trianas "Die Nacht der Mörder"), war 1979–81 am Theater 1230 als Regisseur und Koleiter tätig und amtete 1997–2002 als Präsident des "Vereins Schlachthaus Theater Bern". Seit 1998 arbeitete W. wieder vermehrt als Forscher über →Bertolt Brecht: Er publizierte die Studie "Bertolt Brecht und die Schweiz" (2003) und konzipierte eine gleichnamige Ausstellung im Strauhof Zürich (2004). Unter dem Einfluss Brechts sowie des neuen Volksstücks der sechziger und siebziger Jahre schreibt W. Dramen, die von Alltagssituationen ausgehend gleichzeitig konkret gesellschaftliche wie mythologische Konfliktsituationen zu formulieren versuchen. Das mit dem Berner Ensemble entwickelte "Zum weissen Kreuz" gehört zu den wichtigen Dialektstücken und provozierte anlässlich der Uraufführung heftige Reaktionen. W. war Vorstandsmitglied der →Gruppe Olten.

Auszeichnungen

unter anderem

  • 2004 Preis der Schweizerischen Doron-Stiftung (Zug).


Autor: Stefan Hulfeld



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Hulfeld, Stefan: Werner Wüthrich, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2125.

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