Werner Wehrli

Aus Theaterlexikon
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* 8.1.1892 Aarau AG, † 27.6.1944 Luzern. ∞ Irma Bartholomae, Sängerin.

Nach der Matura 1911 zunächst Beginn eines naturwissenschaftlichen Studiums in München, ab 1912 Musikstudium am Konservatorium Zürich, unter anderem bei Emil Heuberger, →Lothar Kempter und Friedrich Hegar, daneben Besuch von musikwissenschaftlichen Veranstaltungen an der Universität Basel sowie Leitung mehrerer Chöre. Der Gewinn des Frankfurter Mozartpreises 1914, eines vierjährigen Stipendiums, ermöglichte W. weitere Studien, etwa am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt am Main, in Basel (bei →Hans Huber) sowie an der Universität Basel. Ab 1918 Gesangs- und Musiklehrer sowie Chorleiter am Aargauischen Lehrerinnenseminar und Töchterinstitut in Aarau. Ausserdem Leiter des Cäcilienvereins Aarau (1920–29) und des Frauenchors Brugg (1924–39). W. schuf neben Vokal-, Orchester- und Kammermusik musikdramatische Werke, so die komische Oper "Das heisse Eisen" (nach einem →Fastnachtspiel von Hans Sachs, Uraufführung 13.12.1918, →Stadttheater Bern, Regie: Hans Dornberger, musikalische Leitung: →Albert Nef), "Der Märchenspiegel. Ein Spiel mit Gesang, Musik und Reigen" (1923, Text: Carl Günther), die Schuloper "Auf zum Mond" für seine Schülerinnen des Lehrerinnenseminars (Text: W., Uraufführung 17.1.1933, Saalbau Aarau) und die tragische Oper "Das Vermächtnis" (Text: W., Uraufführung 28.2.1934, →Stadttheater Luzern, Regie: Max See, musikalische Leitung: →Alexander Krannhals). W. komponierte ausserdem die Musik zu mehreren Festspielen, so etwa zu →Cäsar von Arx’ "Die Schweizer" (1924 Eidgenössisches Schützenfest in Aarau), dessen "Schweizer Festspiel" (1928 Eidgenössisches Turnfest in Luzern) und "Die Brücke" (1927 Aargauisches Kantonalschützenfest in Brugg) sowie E. B. Gross/Hans Forsters "O userwelte Eidgenossenschaft" (1939 anlässlich des "Aargauer Tags" an der Schweizerischen Landesausstellung) und Erwin Brüllmanns "Weltgesicht" (1930 Thurgauer Kantonalturnfest in Kreuzlingen). W. wirkte auch als Schriftsteller, so verfasste er neben Prosa und Lyrik das Trauerspiel "Laia" (1933). 1982 Gründung des W. W.-Fonds zur Förderung seines Werkes und junger Musiker aus dem Kanton Aargau.

Literatur

  • Ehrismann, Sibylle/Ericson, Kristina/Labhart, Walter: W. W., 1992.
  • Ericson, Kristina/Schneider, Michael: Ein unstillbares Sehnen. W. W. Das dichterische Schaffen, 1994.

Nachlass

  • Staatsarchiv Aargau.


Autor: Redaktion



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Redaktion: Werner Wehrli, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2059.

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