Wilhelm Gartner

Aus Theaterlexikon
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* 30.5.1939 Linz (A).

Gesangsausbildung privat bei Eduard Rossi und am Bruckner-Konservatorium Linz. Engagements 1967/68 am Stadttheater Klagenfurt, 1968–72 am Städtebundtheater Hof und seit 1972 am Stadttheater Luzern/→Luzerner Theater. Als spielbegabter Kavaliers- und Charakterbariton bewältigte G. in Luzern ein ausgesprochen breites Repertoire, das von eher lyrischen Partien (Belcore in Donizettis "L’elisir d’amore", Valentin in Gounods "Faust", Silvio in →Ruggero Leoncavallos "I pagliacci", Guglielmo in Mozarts "Così fan tutte", Figaro in Paisiellos wie Rossinis "Il barbiere di Siviglia", Harlekin in Richard Strauss’ "Ariadne auf Naxos") über Charakterpartien (Mr. Gedge in Brittens "Albert Herring", Hortensio in Hermann Goetz’ "Der Widerspenstigen Zähmung", Schaunard in Puccinis "La Bohème" und Sharpless in dessen "Madama Butterfly", Gusman in →Othmar Schoecks "Don Ranudo", die Verdi-Partien Renato in "Un ballo in maschera", Ford in "Falstaff", Fra Melitone in "La forza del destino", Giorgio Germont in "La Traviata", Conte di Luna in "Il Trovatore") bis zu dramatischen Rollen (etwa Don Pizarro in Beethovens "Fidelio" und Escamillo in Bizets "Carmen") reichte. G. war überdies an den Uraufführungen von Kurt Schwertsiks "Der lange Weg zur grossen Mauer" (1975, als erster Soldat und Aufseher, Regie: Richard Bletschacher, musikalische Leitung: →Ulrich Meyer-Schoellkopf) und Ingomar Grünauers "Winterreise" (1994, als Franz, Regie: Philipp Himmelmann, musikalische Leitung: Roger Epple) beteiligt und sang wichtige Partien in den Schweizer Erstaufführungen von Prokofjews "Die Verlobung im Kloster" (Don Ferdinand, 1976), Donizettis "Maria Stuarda" (Cecil, 1979), Schostakowitschs "Die Nase" (Platon Kusmitsch Kowaljow, 1979), Henzes "Die englische Katze" (Mr. Fawn, 1988) und Luciano Berios "Un re in ascolto" (Doktor, 2000). In der Spielzeit 1999/2000 spielte G. einen der Requisiteure in "Endlich im Rampenlicht" (nach Eberhard Streuls "Die Sternstunde des Josef Bieder") und 2001/02 übernahm er mit Beppe in Leoncavallos "I pagliacci" eine Tenorpartie. Gastverpflichtungen führten ihn zu den Seefestspielen Mörbisch (1998 als Schneck in Zellers "Der Vogelhändler" und 1999 als Senator in Johann Strauß’ "Eine Nacht in Venedig").



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Wilhelm Gartner, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 680.

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