Wilhelm Zimmermann

Aus Theaterlexikon
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* 3.12.1898 Zürich, † 24.5.1970 Zürich. Vater des Bühnenbildners →Jörg Z. und des Redaktors und Theaterkritikers Peter Z.

Ausbildung als Primarlehrer am Kantonalen Lehrerseminar Küsnacht. Kurze Zeit als Lehrer tätig. Aktiv im Rahmen der katholischen Jugendbewegung, vor allem im Hinblick auf die Erneuerung des Vereinstheaters. 1922 Regisseur der Uraufführung von Reinhard Johannes Sorges "König David" in Zürich. 1920–31 redaktioneller Mitarbeiter und schliesslich bis 1965 Lokal- und Feuilletonredaktor bei den "Neuen Zürcher Nachrichten". Neben der Berichterstattung über die städtische Politik (unter dem Kürzel wz.) konzentrierte sich Z. von Anfang an auf die Kulturberichterstattung und trat vor allem als Theaterkritiker hervor (Kürzel im Feuilleton: ‑nn.), später auch als Film-, Radio- und (nach dem Ausscheiden aus der Redaktion) als Fernsehkritiker. Z. gehörte zu den wenigen Theaterkritikern, die ihre Argumentation nicht vom Literarischen, sondern von der szenischen Umsetzung her entwickelten. Seit 1921 Mitglied und 1927–50 Leiter der →Freien Bühne Zürich, in deren Inszenierungen er wiederholt als Darsteller auftrat. Ausserdem spielte er – als Mitglied der Freien Bühne – dreimal in Calderóns "Das grosse Welttheater" (→Welttheater Einsiedeln), 1924 und 1925 in der Rolle des Königs, 1930 in der des Reichen, sowie 1939 den Schweizermann in Edwin Arnets "Das Eidgenössische Wettspiel" anlässlich der Schweizer Landesausstellung. Sprecher und Regisseur sowie 1950–60 auch Leiter der →Zürcher Marionetten, die 1942 von der Freien Bühne neu belebt wurden.



Autor: Tobias Hoffmann-Allenspach



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Hoffmann-Allenspach, Tobias: Wilhelm Zimmermann, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2151.

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