Willy Burkhard

Aus Theaterlexikon
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* 17.4.1900 Leubringen BE, † 18.6.1955 Zürich.

Vater der Flötistin Ursula Stalder und des Pianisten Simon B. B. absolvierte das evangelische Lehrerseminar Muristalden in Bern, besuchte 1920 das →Konservatorium Bern und setzte seine Studien in Leipzig, München und Paris (Ecole Normale de Musique) fort. Nach seiner Rückkehr 1924 war B. Privatlehrer für Komposition, Theorie und Klavier in Bern. Ab 1928 Theorielehrer am Konservatorium Bern. Daneben leitete er kleinere Chöre und Orchester und komponierte. Zwischen 1933 und 1942 lebte er infolge eines Lungenleidens in Montana und Davos. Von grosser Bedeutung war die Begegnung mit →Paul Sacher, der zu B.s Mäzen wurde und als Dirigent viele seiner Werke (ur)aufführte, so zum Beispiel seine Oratorien "Das Gesicht Jesajas" (18.2.1936 Basel) und "Das Jahr" (19.2.1942 Basel). Seit 1942 war B. Theorie- und Kompositionslehrer am Konservatorium Zürich. Zu seinen Schülern zählen unter anderen →Klaus Huber, →Rudolf Kelterborn, Ernst Pfiffner, →Armin Schibler und Ernst Widmer. In der von →Robert Faesi und Georgette Boner dramatisierten Fassung von →Jeremias Gotthelfs Erzählung "Die schwarze Spinne" fand B. den schon lange gesuchten Stoff für eine Oper. Sacher dirigierte die Uraufführung der ersten Fassung am 28.5.1949 im Rahmen der Zürcher Juni-Festwochen am →Stadttheater Zürich (Inszenierung und Choreografie: →Hans Macke, Regie des Rahmenspiels: Werner Gallusser, Bühnenbild und Kostüme: →Max Röthlisberger) und die Erstaufführung der zweiten Fassung am 30.5.1954 am →Stadttheater Basel (Regie: Wolf-Dieter Ludwig, Bühnenbild: →André Perrottet von Laban). Eine der weiteren Bearbeitungen des Stoffs wurde als Bühnenmusik zu "Das Spiel von der schwarzen Spinne" am 5.2.1956 im Theresianum Ingenbohl bei Brunnen uraufgeführt. Neben Chören, Kantaten, Orgelwerken und als Spätwerk vor allem Messen komponierte B. auch Bühnenmusik, beispielsweise zu Sophokles’ "Œdipe-Roi" (Uraufführung 17.6.1944, →Théâtre du Château in Lausanne), sowie Musik zum Hörspiel "Laupen 1939" zur 600-Jahr-Feier der Schlacht bei Laupen (Text: Hans Rych, Erstausstrahlung Radio Bern, 23.6.1939, musikalische Leitung: →Luc Balmer). Seit 1926 war B. Mitglied des Schweizerischen Tonkünstlervereins, 1940–53 Vorstandsmitglied.

Auszeichnungen

  • 1950 Komponistenpreis des Schweizerischen Tonkünstlervereins und Musikpreis der Stadt Zürich.

Literatur

  • Zurlinden, Hans: W. B., 1956.
  • Mohr, Ernst: W. B., 1957.
  • Muggler, Fritz: W. B. "Die schwarze Spinne". Oper oder Mysterienspiel? In: Musiktheater. Zum Schaffen von Schweizer Komponisten des 20. Jahrhunderts, 1983.
  • Werkkatalog W. B., 2001.

Nachlass

  • Paul Sacher Stiftung, Basel.


Autorin: Ingrid Bigler-Marschall



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Bigler-Marschall, Ingrid: Willy Burkhard, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 305.

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