Willy Ferenz

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* 22.10.1923 Wien (A), † 10.7.1998 Zürich.

Gesangsstudien in Wien und Mailand. Nach Verpflichtungen in Liegnitz und Nürnberg 1946–48 an der Wiener Staatsoper in der Volksoper sowie 1948–54 und 1955–61 am →Stadttheater Zürich engagiert. In Zürich gestaltete F. als überaus vielseitig einsetzbarer Bariton eine Fülle interessanter Rollenporträts, so unter anderem die Titelpartie in Bergs "Wozzeck", Doktor Malatesta in Donizettis "Don Pasquale" und Enrico in "Lucia di Lammermoor", Hortensio in →Hermann Goetz’ "Der Widerspenstigen Zähmung", Figaro in Mozarts "Le nozze di Figaro" und Papageno in dessen "Zauberflöte", die Puccini-Partien Marcello in "La Bohème", Sharpless in "Madama Butterfly", Geronte de Ravoir in "Manon Lescaut" und Baron Scarpia in "Tosca", Pedro in →Othmar Schoecks "Don Ranudo", Musiklehrer in Richard Strauss’ "Ariadne auf Naxos" und Faninal in dessen "Rosenkavalier", die Verdi-Partien Renato in "Un ballo in maschera", Posa in "Don Carlo", Don Carlo di Vargas und Fra Melitone in "La forza del destino", Rigoletto in der gleichnamigen Oper, Giorgio Germont in "La Traviata", Conte di Luna in "Il Trovatore" und Guido de Montfort in "Les Vêpres siciliennes", Sixtus Beckmesser und Fritz Kothner in →Richard Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg", Amfortas und Klingsor in "Parsifal" sowie Alberich in "Das Rheingold". F. sang überdies 1949 den Pfarrer in der Uraufführung von →Willy Burkhards "Die schwarze Spinne" (Regie: →Hans Macke, musikalische Leitung: →Paul Sacher) und am 6.6.1957 Ephraimit in der szenischen Uraufführung von Schönbergs "Moses und Aron" (Regie: →Karl-Heinz Krahl, musikalische Leitung: →Hans Rosbaud). Bis 1976 ausgedehnte Gastspieltätigkeit, unter anderem beim Holland Festival Amsterdam, in Barcelona, an allen drei Berliner Opernhäusern, in Bologna, Bordeaux, bei den Bregenzer Festspielen, in Brüssel, Cincinnati, bei den Festspielen von Edinburg und Florenz, in Genua, beim Glyndebourne Festival, in Karlsruhe, Köln, Lissabon, London, Marseille, München, Neapel, Nizza, Rom, bei den Salzburger Festspielen (1961 und 1964 Faninal), in Santiago de Chile, an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart (unter anderem 1965/66 Schigolch in Bergs "Lulu" und 1968 Hermes in der Uraufführung von Orffs "Prometheus", Regie: Gustav Rudolf Sellner, musikalische Leitung: →Ferdinand Leitner), in Toulouse, am Teatro la Fenice Venedig und an der Staatsoper Wien (1972–73 Schigolch) sowie in der Schweiz am →Grand Théâtre in Genf (1966 Faninal und 1969 Alberich in Wagners "Siegfried" und "Götterdämmerung"), am →Théâtre Municipal in Lausanne (1954 Baron Scarpia) und am →Stadttheater Luzern (zwischen 1948 und 1958 unter anderem Marcello, Figaro in Rossinis "Il barbiere di Siviglia", Conte di Luna, Don Carlo di Vargas, Rigoletto). Ausserdem wirkte er als Opernregisseur, Pädagoge (Gesang und dramatischer Unterricht unter anderem am Konservatorium Zürich und als Leiter eines eigenen Studios in Zürich) sowie als Musiktherapeut an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Willy Ferenz, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 574–575.

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