Wolf von Beneckendorff

Aus Theaterlexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

* 29.2.1891 Stralsund (D), † 27.1.1960 Berlin-Adlershof (D), eigentlich Wolfram von Beneckendorff und von Hindenburg. Neffe des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg.

Debüt im Juni 1909 am Deutschen Theater Berlin, dann Engagements bei Erich Ziegel an den Hamburger Kammerspielen, an verschiedenen Berliner Bühnen, dann unter anderem in Köln und München. 1932–35 am →Schauspielhaus Zürich, Zürich ZH (über fünfzig Rollen, darunter 1932 Titelrollen in Lessings "Nathan der Weise" und in Erich Ebermayer/Heinrich Manns "Professor Unrat", Regie jeweils: →Eugen Schulz-Breiden; 1933 Robespierre in Büchners "Dantons Tod" mit →Alexander Moissi, Regie: →Herbert Waniek; Prinz von Arragon in Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig"; Escalus in Shakespeares "Mass für Mass", Regie: →Gustav Hartung; 1933 Rosloh in der Uraufführung von Bruckners "Die Rassen", Regie: Hartung; 1934 Dr. Carlsen in Friedrich Wolfs "Professor Mannheim", Regie: →Leopold Lindtberg; 1935 Oswald in Shakespeares "König Lear", Regie: Lindtberg), 1937/38 am →Städtebundtheater Biel-Solothurn (Oberst Nast in der Uraufführung von →Werner Johannes Guggenheims "Bomber für Japan", Regie: Fritz Ritter), 1938 am Deutschen Theater Berlin (Ramsden in Shaws "Mensch und Übermensch", Regie: Erich Engel; Vater in Ernst Wiecherts "Der verlorene Sohn", Regie: Paul Otto), 1940/41 und 1942/43 am Thalia-Theater Hamburg. 1947–49 erneut am Schauspielhaus Zürich (rund dreissig Rollen, darunter Dr. Jellinek in →Carl Zuckmayers "Der Hauptmann von Köpenick", Spielleiter in Shaws "Androklus und der Löwe", Severin Gandrup in →Curt Goetz’ "Hokuspokus", Probst in der Uraufführung von →Bertolt Brechts "Herr Puntila und sein Knecht Matti", Polonius in Shakespeares "Hamlet", Hexe in Goethes "Faust", Schnauz in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum"), 1949/50 erneut am Städtebundtheater Biel-Solothurn (unter anderem Brokk in →Cäsar von Arx’ "Dreikampf", Regie: →Johannes von Spallart; Harpagon in Molières "Der Geizige", Regie: →Leo Delsen). Danach spielte B. vorwiegend an Ost-Berliner Bühnen, unter anderem am Berliner Ensemble (1952 Jean Massieu in der Uraufführung von Seghers/Brechts "Der Prozess der Jeanne d’Arc zu Rouen 1431", 1954 Anwalt in Brechts "Der kaukasische Kreidekreis", 1955 Russischer Fürst in Johannes R. Bechers "Winterschlacht", 1957 Alter Kardinal in Brechts "Leben des Galilei" und 1959 Richter in "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui"). Diverse Filmrollen.



Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Wolf von Beneckendorff, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 154–155.

Normdaten