Wolfram Frank

Aus Theaterlexikon
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* 15.9.1953 Schopfheim (D).

Studium an der Pädagogischen Hochschule und an der Universität Freiburg im Breisgau: Lehramt für Mittelschulen (Deutsch und Musik), Philosophie und Musikwissenschaft. Anschliessend Referendariatsarbeit und Schuldienst in Freiburg im Breisgau und Stuttgart. 1980–83 Regie- und Dramaturgieassistent an den →Basler Theatern, 1983–86 Dramaturg und Regisseur am →Stadttheater Chur, Chur GR, 1987–90 Dramaturg und Regisseur am Landestheater Tübingen (unter anderem deutsche Erstaufführung von Pasolinis "Calderon", Uraufführung von Nikolaus Lenaus "Don Juan"), Gastinszenierungen unter anderem am →Schauspielhaus Zürich, Zürich ZH (1988 Uraufführung von Leonora Carringtons "Ein Flanellnachthemd"), am Theater Trier (1992 Lessings "Philotas", 1993 Dorsts "Fernando Krapp hat mir diesen Brief geschrieben"). Zentral in F.s Schaffen ist seit der Gründung 1986 die Arbeit mit der freien Gruppe →In Situ in Chur, bei der er für die Konzeption und Inszenierung der meisten Produktionen verantwortlich zeichnet. So inszenierte er unter anderem 1986 Camus’ "Das Missverständnis", Hans Henny Jahnns "Neuer Lübecker Totentanz" (zusammen mit Thomas Zindel) und →Mariella Mehrs "Das ausgeblutete Gewicht – ein Requiem" (zusammen mit →Michael Oberer), 1988 Genets "Der Seiltänzer" (zusammen mit Zindel), 1991 Büchners "Lenz", 1993 "N. Der Berg. Der Maler. Der Denker", ein szenisches Fragment nach Texten von Nietzsche, Segantini und anderen, 1993 an einem Abend Aischylos/Heiner Müllers "Prometheus" und Camus’ "Der Fall", 1994 an einem Abend Calderóns "Das Leben ist Traum" und Pasolinis "Calderon" sowie 1995 Dante Alighieris "Vita Nova", 1996 das szenische Projekt "Die zweite Erinnerung", 1997 Kafkas "Das Schloss", 1998 "Saul – ein Requiem" nach alttestamentarischen Texten, 1999 ein theatralisches Projekt über die Künstlerin Angelica Kaufmann unter dem Titel "‹angelica’/‹zarte seele’/bildversuch", 2000 "Dido-Erinnerungen" nach Purcells Oper "Dido und Aeneas" und Texten von Duras, 2002 "Tenebrae" nach Paul Celan. Seit 1986 zudem publizistische Arbeit für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften, Jahrbücher und Ausstellungskataloge, unter anderem veröffentlichte F. die Essays "‹Angelica’, ‹zarte Seele’"(1999) und "Jelenas Geschichte" (2002).

Auszeichnungen

  • 1997 Anerkennungspreis des Kantons Graubünden "für kontinuierliche und eigenständige Arbeit als Theaterregisseur und Mitbegründer bedeutender Kulturinstitutionen",
  • 1999 Werkpreis des Kantons Graubünden.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Wolfram Frank, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 623–624.

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