Youri Vámos

Aus Theaterlexikon
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* 21.11.1946 Budapest (H), eigentlich György V.

Ausbildung ab 1957 an der Staatlichen Ballettschule in Budapest, Diplomabschluss 1967. 1967–72 Tänzer an der Ungarischen Staatsoper Budapest, ab 1969 als Solist. 1972–85 Solotänzer, ab 1980 auch Choreograf an der Bayerischen Staatsoper München. 1976–78 regelmässig Gastauftritte bei Johann Kresnik am Theater der Freien Hansestadt Bremen. V. begann 1978 zu choreografieren und schuf nach etlichen Kurzballetten mit "Tschaikowsky" (Musik: Tschaikowsky) das erste abendfüllende, erzählende Ballett über Menschen, Gefühle und Beziehungen – eine Gattung, für die er bis heute berühmt ist. Er choreografierte in München, als Gast 1982–84 am Stadttheater Klagenfurt, 1984/85 an der Pariser Opéra. 1985–88 war er Ballettdirektor und Chefchoreograf an den Städtischen Bühnen Dortmund, 1987–92 Choreograf, ab 1988 Ballettdirektor an der Oper der Stadt Bonn und 1991–96 Ballettdirektor am →Theater Basel. Mit seinem bewährten Team, der choreografischen Mitarbeiterin und Solotänzerin →Joyce Cuoco und dem Ausstatter Michael Scott, zeigte V. in Basel ein reichhaltiges Angebot an Handlungsballetten, Uraufführungen, Einstudierungen oder Neufassungen seiner früheren Stücke, Choreografien von bislang nicht für die Tanzbühne verwendeten Stoffen und Bearbeitungen traditioneller Werke, wobei er sich oft der Montagetechnik bediente und von unterschiedlichen literarischen Texten ausging, unter anderem: 1991/92 "Spartakus" (Musik: Alexander Chatschaturjan), "Vathek" (Uraufführung; Musik: Schostakowitsch) und "Lucidor" (Musik: Alexander Glasunow); 1992/93 "Coppélia am Montmartre" (Musik: Delibes), "Dornröschen … die letzte Zarentochter" (Uraufführung; Musik: Tschaikowsky) und "Tschaikowsky"; 1993/94 "Der Nussknacker" (Musik: Tschaikowsky) und ein Béla-Bartók-Abend mit "Der holzgeschnitzte Prinz" und "Der wunderbare Mandarin" (Uraufführung); 1994/95 "Ein Sommernachtstraum" (Uraufführung; Musik: Mendelssohn Bartholdy) und "Julien Sorel" (Musik: Edward Elgar); 1995/96 "Carmina burana" (Musik: Orff). Daneben lud er die Gastchoreografen Judith Jamison, Johann Kresnik, Mats Ek, Nils Christe, László Seregi und →Heinz Spoerli ein. Seit 1996 ist V. Ballettdirektor und Choreograf der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. Zahlreiche Gastspiele und Gastchoreografien, unter anderem in den USA, Japan, Wien, Mailand und Berlin.



Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Youri Vámos, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1993–1994, mit Abbildung auf S. 1994.

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