Yul Brynner

Aus Theaterlexikon
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* 11.7.1920 Wladiwostok (RUS), † 10.10.1985 New York (USA), eigentlich Jules Bryner, Sohn des Schweizer Ingenieurs Boris Bryner, Bürger von Möriken AG, und der Russin Maruscha Blagavidova, Bruder der Sängerin Vera Bryner. ∞ Virginia Gilmore, Schauspielerin. B. behauptete zeitlebens fälschlicherweise, 1915 unter dem Namen Taidje Khan auf der Insel Sachalin geboren zu sein.

B. wuchs zunächst in Russland und China auf, 1934 übersiedelte er zusammen mit seiner Mutter nach Paris. Er trat als Musiker in Pariser Nachtclubs auf, dann im Cirque d’hiver als Trapezartist. Ab 1941 lebte er in den USA, wo er sich von Michael Tschechow zum Schauspieler ausbilden liess und mit dessen Truppe auf Tournee ging. Unter dem Namen Youl Bryner debütierte er 1941 in New York als Fabian in Shakespeares "Twelfth Night", es folgten ab 1944 diverse Fernseharbeiten (auch als Regisseur) und einige Rollen am Broadway, darunter 1951 im St. James Theatre der König in der Uraufführung von Rodgers/Hammersteins Musical "The King and I" (Regie: John Van Druten, Choreografie: Jerome Robbins, 1246 Vorstellungen), der wohl grösste Theatererfolg B.s. Den siamesischen König Mongkut spielte B. 1956 auch in Walter Langs Verfilmung, dafür wurde er 1957 mit einem Oscar als bester Schauspieler ausgezeichnet. Es folgten zahlreiche weitere Filmhauptrollen, mit denen der glatzköpfige B. grosse Popularität erlangte, darunter 1956 der Pharao in "The Ten Commandments", 1957 Dmitri Karamazov in "The Brothers Karamazov" (mit →Maria Schell als Grushenka), 1960 Chris in "The Magnificent Seven" und 1962 die Titelrolle in "Taras Bulba". B. zog in den sechziger Jahren in das Heimatland seines Vaters und wurde Schweizer Staatsbürger. 1972 kehrte er in die USA zurück und verkörperte erneut seine Glanzrolle des Königs von Siam in der Fernsehserie "Anna and the King". Der Versuch eines Bühnencomebacks mit dem Musical "Home Sweet Home" blieb 1975 erfolglos. 1977–85 jedoch spielte er mit grossem Erfolg erneut die Titelrolle im Musical "The King and I" am Broadway und auf weltweiten Tourneen in weiteren 3379 Vorstellungen.

Literatur

  • Brynner, Rock: Yul – The Man Who Would Be King, 1989.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Yul Brynner, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 285.

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