Cardinal-Theater, Basel BS

Aus Theaterlexikon
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Gastspielbetrieb, Varieté, 1900–12

Am 1.10.1900 wurde das C. als erstes Grossvarietétheater mit Restaurationsbetrieb in Basel eröffnet. Der Deutsche Karl Küchlin (1864–1936), Besitzer des Colosseum-Varietés in Freiburg im Breisgau, war der Unternehmer und alleinige Direktor. Das Haus selbst gehörte der Brauerei zum Cardinal AG, welche die Liegenschaft vermietete. Im C. wurde ein vielfältiges Programm mit Künstlerinnen und Künstlern aus dem In- und Ausland, die sonst nur in Zirkussen zu sehen waren, gezeigt. Zum Abschluss der Programme wurden bereits Filme vorgeführt. Das C. genoss einen ausgezeichneten Ruf. Aus finanziellen Gründen und wegen erhöhten Platzbedarfs eröffnete Küchlin am 31.8.1912 in der Steinenvorstadt das →Küchlin-Theater. Am 1.9.1912 fand im C. die letzte Vorstellung statt. Es folgte im selben Jahr der Innenumbau zu dem Kino "Elektrische Lichtbühne Cardinal", dem späteren Alhambra-Cinéma, das 1998 geschlossen wurde.

Spielstätte

Freie Strasse 36, 4001 Basel. Baujahr: älteste Urkunde von 1325. Umbauten: 1832 durch Besitzer Wilhelm Eckenstein in eine Bierbrauerei, Studenten- und Turnerwirtschaft; 1882 wurde im Hinterhaus (seit 1900 Falknerstrasse 11) ein Lokal eingerichtet; 1891 errichtete der Architekt Rudolf Fechter an Stelle der Brauerei einen Konzertsaal mit Nebenräumen; 1900 wurde der Saal in ein Varietétheater umgewandelt, Architekt: Fechter. Bühne: zirka 15 m breit, zirka 10 m tief. 1912: Innenumbau zum Kino unter Einbezug der Konzerthalle.



Autorin: Eveline Gfeller



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Gfeller, Eveline: Elisabeth Bergner, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 340.