Emanuel Stickelberger

Aus Theaterlexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

* 13.3.1884 Basel, † 16.1.1962 St. Gallen.

Nach dem Besuch der Deutschen Privatschule in Locarno, von Tessiner Schulen und der Handelsschule in Neuenburg zunächst Kaufmann und Fabrikant. 1907 Gründung eigener Chemiewerke in Basel und Haltingen (D). Freier Schriftsteller seit 1926. S. verfasste ein 1929 aufgeführtes "Gedenkspiel zur 400-jährigen Jubelfeier der Basler Reformation" (Musik: Hans Münch). 1934 wurde am →Stadttheater Basel "Tile Kolup. Eine Bettlerkomödie in zwölf Bildern" uraufgeführt; 1950 verfasste er einen Entwurf zu einem Basler Festspiel ("Basels Eintritt in den Bund") und 1960 "Gott half uns by dem rechten stan. Ein kleines Festspiel zur fünfhundertjährigen Zugehörigkeit des Thurgaus zur Eidgenossenschaft" (Musik: Otto Kreis). S. hatte sich vor allem dem historischen Roman und der historischen Erzählung in der Nachfolge C. F. Meyers und Rudolf von Tavels verschrieben. Neben dem Kaufmannsroman "Der Stein der Weisen" (1919), Romanen über Zwingli, Calvin sowie Dschingis Khan sind vor allem der Roman "Der graue Bischof" (1930, über Rudolf von Habsburg) zu nennen, der grosse Auflagen erreichte, sowie S.s monumentale Roman­trilogie über den Maler Hans Holbein (1942–48). 1939 gab S. die Anthologie "Heisst ein Haus zum Schweizerdegen" heraus. Ausserdem verfasste er Lyrik ("Bunte Ufer", 1953). S. war Teilnehmer der "Liechtete", der Treffen von Basler Literaten und Malern im (Klein-)Basler Rheinfelderhof. Er wurde schweizerisches Ehrenmitglied des Internationalen PEN-Clubs, Ehrenpräsident des PEN-Clubs Basel, den er initiiert hatte, und war Vorsitzender der Schweizerischen Bibliophilen Gesellschaft.

Auszeichnungen

  • Für sein Reformations-Gedenkspiel verlieh ihm die Universität Basel 1929 den theologischen Ehrendoktor.
  • 1957 erhielt er den Johann-Peter-Hebel-Preis des Landes Baden-Württemberg.
  • Die Gemeinde Uttwil, in der S. seit 1948 lebte, machte ihn zu ihrem Ehrenbürger.

Nachlass

  • Öffentliche Bibliothek der Universität Basel.


Autor: Dietrich Seybold



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Seybold, Dietrich: Emanuel Stickelberger, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1755–1756.

Normdaten