Georges Baklanoff

Aus Theaterlexikon
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* 23.12.1880 (nach dem gregorianischen Kalender 4.1.1881) Riga (heute: LV), † 6.12.1938 Basel, eigentlich Georgij Andrejewitsch Bakkis.

Nach einem Rechtsstudium in Kiew und St. Petersburg liess er seine Stimme bei Petz in Kiew, Ippolit Pryanischnikow in St. Petersburg und Vanzo in Mailand ausbilden. B. debütierte 1903 in Kiew in der Titelrolle von Rubinsteins "Dämon". Es folgten weitere Engagements in Moskau am Bolschoi-Theater und in St. Petersburg am Mariinski-Theater, bevor er ab 1910 seine Gastspieltätigkeit auf Westeuropa und die USA ausdehnte. Als einer der ganz grossen Sängerdarsteller der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts trat er in den meisten wichtigen Opernzentren auf: Berlin, Dresden, Hamburg, München, Wien gehörten ebenso dazu wie Barcelona, Budapest, Chicago, London, Monte Carlo, New York, Paris und Prag. Von 1912 bis zu seinem Tod war er durch regelmässige Gastspiele mit den Stadttheatern Bern, Luzern und Zürich, besonders aber mit dem →Stadttheater Basel eng verbunden. Seit 1932 lebte B. in der Schweiz. Als eindrücklicher Sänger-Schauspieler mit einem voluminösen, dunklen Bariton war er prädestiniert für Partien wie den Méphistophélès in Gounods "Faust", für den Baron Scarpia in Puccinis «To­sca» sowie für die Titelpartien in Mozarts "Don Giovanni", Mussorgskys "Boris Godunow" und Verdis "Rigoletto". Zu einem frühen Höhepunkt seiner Karriere gehörte die Mitwirkung in den Uraufführungen der beiden Rachmaninow-Opern "Der geizige Ritter" und "Francesca da Rimini" (Bolschoi-Theater Moskau, 24.1.1906, beide Werke am selben Abend, musikalische Leitung: Rachmaninow).

Nachlass

  • Teilnachlass in der Schweizerischen Theatersammlung, Bern.


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Georges Baklanoff, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 103–104.

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