Johann Fridolin Lutenschlager

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* nach 1560 Säckingen (D), † um 1614 Freiburg, auch Lutten- und Luthenschlager, ‑schlacher und Lautenschlager.

Seit 1580 Hilfslehrer in Freiburg, 1583–97 deutscher Schulmeister, 1597–1614 Lateinlehrer der Stadtschule. L. machte sich einen Namen als vielseitiger Autor unter anderem mehrerer deutscher Theaterstücke, so eines Esther-Spiels (gedruckt 1587) und eines St.-Katharinen-Spiels (1611 in Freiburg aufgeführt). Lokale Bedeutung erlangte L. vor allem als langjähriger Spielleiter für das deutsche Schul- und Volkstheater in der zweisprachigen Stadt Freiburg. Gleichzeitig stand er in gewisser Konkurrenz zu dem dort seit 1580 aufkommenden lateinischen Jesuitentheater. Zusammen mit Propst Sebastian Werro war L. 1590–94 an der Revision eines (nachweislich älteren) deutschen Spieltextes für das berühmte Freiburger Dreikönigsspiel (→Dreikönigsspiele) eigenhändig beteiligt, offenbar aber eher in der Funktion des Spielleiters als in jener des Autors. Dabei war er vermutlich auch längere Zeit selbst als Spieler (in der Rolle des Herodes) aktiv.

Literatur

  • King, Norbert: Der deutsche Schulmeister J. F. L. als Theaterautor und sein Anteil am Freiburger Dreikönigsspiel. In: Freiburger Geschichtsblätter 65/1987–88.


Autor: Norbert King



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

King, Norbert: Johann Fridolin Lutenschlager, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1142.

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