Beatrice Frey

Aus Theaterlexikon
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* 24.7.1951 Thun BE. ∞ I. Mario Terzic, Maler und bildender Künstler, ∞ II. Michael Zerz, Bühnenbildner.

Aufgewachsen in Thun, Köln und Washington, D. C., als Tochter eines Schweizer Diplomaten und der österreichischen Schauspielerin Valerie Rückert. 1963 Übersiedlung nach Wien, 1968 österreichische Juniorenmeisterin im Springreiten. 1972–75 Schauspielstudium am Mozarteum in Salzburg. Seit 1976 arbeitet F. kontinuierlich mit dem Regisseur Hans Gratzer zusammen, so 1976 an der Werkstatt in Wien in der Uraufführung von Paul Fosters "Elisabeth eins"; die Inszenierung wurde als Gastspiel unter anderem ins Tramdepot Tiefenbrunnen des →Schauspielhauses Zürich eingeladen. 1978 war sie an der Gründung des von Gratzer geleiteten Schauspielhauses Wien wesentlich beteiligt, an dem sie von da an regelmässig spielte, 1978–84 unter anderem Rosaura in Goldonis "Der Diener zweier Herren", die Titelrolle in Colin Spencers "Lilith", Pauline in Nestroys "Der Schützling", Ophelia in Shakes­peares "Hamlet", Janet im Musical "The Rocky Horror Picture Show", Viola in Shakespeares "Was ihr wollt" sowie Oi in Thomas Braschs "Mercedes". 1981 gastierte sie am Schauspiel Frankfurt am Main, 1986 am Volkstheater Wien, wo sie Margueritte in Peter Barnes’ "Die roten Nasen" (Regie: →Gerd Heinz) verkörperte. 1985–87 spielte sie am Wiener Schauspielhaus "Programm 1, 2, 3" mit eigenen Texten und Musik von Peter Kaizar, 1987 war sie Gründungsmitglied der freien Theatergruppe Wiener Ensemble. Der Verein existierte bis 1991, als Schauspielerin des Wiener Ensembles war F. unter anderem in Qualtingers "Ihr werdt’s euch noch an Wien erinnern" und als Flora in Nestroys "Der Talisman" zu sehen. 1991 gab sie die Friedi in der Wirtshausoper "Heimatlos" der Wiener "Gruppe 80", 1992 verkörperte sie die gleiche Rolle am Schauspiel Frankfurt am Main. 1992 gastierte F. erneut am Wiener Volkstheater in Jelineks "Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte" (Regie: Emmy Werner). 1994 reüssierte F. als Harper in Tony Kushners "Angels in America" (Regie: Gratzer) am Wiener Schauspielhaus, 1995 als Miss Lynch in dem Musical "Grease" im Wiener Raimundtheater, 1997 in der Uraufführung von Werner Schwabs "Hochschwab" als Koproduktion des Schauspielhauses mit den Wiener Festwochen. Im Herbst 1997 war F. am Schauspielhaus in der Rolle des Mephistopheles in Gustav Ernsts "Faust" zu sehen (Regie: Theu Boermann), im März 1998 führte sie erstmals selbst Regie und inszenierte am Schloßpark-Theater Berlin, wo sie seit 1996 regelmässig als Schauspielerin arbeitet, →Bertolt Brechts "Flüchtlingsgespräche". Diverse Film- und Fernseharbeiten.

Auszeichnungen

  • 1985 Förderungspreis zur Josef-Kainz-Medaille der Stadt Wien.


Autorin: Julia Danielczyk



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Danielczyk, Julia: Beatrice Frey, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 635–636.

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