Gerd Heinz

Aus Theaterlexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

* 21.9.1940 Aachen (D).

Studium der Germanistik und Philosophie in Köln, daneben Ausbildung zum Schauspieler und Regisseur. Engagements 1962–65 am Stadttheater Aachen (Titelrollen in Goethes "Torquato Tasso" und in Rostands "Cyrano de Bergerac"), 1965–67 an den Bühnen der Landeshauptstadt Kiel, 1967/68 an den Städtischen Bühnen Essen, 1968/69 am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg (Karl Moor in Schillers "Die Räuber"), 1969–71 am Schauspielhaus Bochum (Marquis Posa in Schillers "Don Carlos"). 1971–74 Oberspielleiter und Leitender Regisseur des Schauspiels am Landestheater/Staatstheater Darmstadt (1972 Uraufführung von Peter Turrinis "Der tollste Tag"). Inszenierungen am Thalia-Theater Hamburg unter der Intendanz von Boy Gobert (unter anderem 1975 Uraufführung einer eigenen Fassung von de Rojas’ "Celestina", 1977 deutschsprachige Erstaufführung von Bonds "Der Irre") am Burgtheater Wien, am Volkstheater Wien, bei den Festspielen Bad Hersfeld und ab 1978 regelmässig am →Schauspielhaus Zürich (unter anderem 1978 Bonds "Das Bündel", 1979 Bonds "Die Frau", 1981 →Max Frischs "Tryptichon", Shakespeares "Was ihr wollt" und Tschechows "Der Kirschgarten"). 1982–89 war H. künstlerischer Direktor des Schauspielhauses Zürich. Unter H.s Direktion wurden unter anderem uraufgeführt: Braschs "Mercedes" (Regie: →Matthias Langhoff), →Urs Widmers "Dr neu Noah" sowie erstaufgeführt Dorsts "Merlin", Enquists "Aus dem Leben der Regenwürmer", Turrinis "Die Minderleister" (Regie: →Karl Paryla), Thomas Bernhards "Der Theatermacher" (Regie: →Hans Lietzau). →Jürgen Flimm sorgte mit seiner Inszenierung von Lessings "Minna von Barnhelm" für Aufsehen, →Benno Besson setzte →Bertolt Brechts "Mann ist Mann" in Szene. H. selbst inszenierte unter anderem 1982 Shakespeares "Romeo und Julia", die Schweizer Erstaufführung von Süskinds "Der Kontrabass" (mit →Hubert Kronlachner), 1983 die Uraufführung von →Friedrich Dürrenmatts "Achterloo", 1984 O’Neills "Eines langen Tages Reise in die Nacht" (mit →Agnes Fink und →Will Quadflieg), 1985 Shakes­peares "Der Kaufmann von Venedig", 1986 Schillers "Maria Stuart" (mit Fink und →Maria Becker) und die Uraufführung von →Philipp Engelmanns "Die Hochzeitsfahrt", 1987 die Schweizer Erstaufführung von Lasker-Schülers "Die Wupper", 1989 Goldonis "Trilogie der Ferienzeit". 1989–93 freier Regisseur, Inszenierungen unter anderem am Niedersächsischen Staatstheater Hannover, am Bayerischen Staatsschauspiel München (1995 deutschsprachige Erstaufführung von Arthur Millers "Scherben", 1996 McNallys "Meisterklasse"), am →Stadttheater Bern (1995 Hölderlins "Der Tod des Empedokles", 1996 Uraufführung von Daniel Schnyders "Der Sturm", 1998 Büchners "Dantons Tod"). Verstärkte Hinwendung zur Oper, Arbeiten unter anderem am Staatstheater Darmstadt, an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf, am Stadttheater Bern, an der Alten Oper Frankfurt, an der Semperoper Dresden. 1993–97 leitender Regisseur des Musiktheaters an den Städtischen Bühnen Freiburg im Breisgau. 1968–80 war H. Dozent an der Hamburger Hochschule für Musik; seit 1997 ist er Professor und Leiter der Opernschule an der Staatlichen Musikhochschule Freiburg im Breisgau.

Literatur

  • Aller Tage Abend. Eine Rückschau. Schauspielhaus Zürich 1982–1989, 1989.
  • Kröger, Ute/Exinger, Peter: "In welchen Zeiten leben wir!"Das Schauspielhaus Zürich 1938–1998, 1998.


Autorin: Ute Kröger



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Kröger, Ute: Gerd Heinz, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 817–818, mit Abbildung auf S. 817.

Normdaten