Franz Welser-Möst

Aus Theaterlexikon
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* 16.8.1960 Linz (A), eigentlich Franz Möst.

Besuchte das Linzer Musikgymnasium und studierte beim Komponisten Balduin Sulzer, 1980–84 weitere Studien in München. 1982–85 Leiter des österreichischen Jugendorchesters. 1986 übernahm er für fünf Jahre die Leitung des Norrköping Symphony Orchestra in Schweden und 1987–90 die des Collegium Musicum in Winterthur. 1986 debütierte er als Operndirigent an der Staatsoper Wien, in der Saison 1986/87 war er dort Assistent von Claudio Abbado. Ab 1988 Gastdirigate an der Deutschen Oper Berlin, 1989 Gastdirigent in den USA. 1990–95 Musikdirektor des London Philharmonic Orchestra. Nachdem W. 1992 am →Opernhaus Zürich die Wiederaufnahme von Richard Strauss’ "Der Rosenkavalier" dirigiert hatte, war er dort unter der Intendanz von →Alexander Pereira 1995–2002 als Chefdirigent und danach als erster Dirigent engagiert. Dort unter anderem Dvořáks "Rusalka", Janáčeks "Jenufa" (Regie: Reto Nickler), Mussorgskys "Boris Godunow", Richard Strauss’ "Arabella" (Regie: Götz Friedrich), die Schweizer Erstaufführungen von Pfitzners "Die Rose vom Liebesgarten" (1998) und Johann Strauß’ "Simplicius" (1999, Regie beide: David Pountney), Bergs "Lulu" (Regie: Sven-Eric Bechtolf), Udo Zimmermanns "Die weisse Rose" (Regie: Nickler), Verdis "La Traviata" (Regie: →Jürgen Flimm), "Don Carlo" (Regie: →Werner Düggelin) und "Macbeth" (Regie: Pountney), →Richard Wagners "Parsifal" (Regie: →Hans Hollmann), "Tristan und Isolde" (Regie: Düggelin), "Tannhäuser" und "Der Ring des Nibelungen" (2000–02, Regie: Robert Wilson). Unter W.s Leitung entwickelte sich das Orchester der Zürcher Oper zu einem der weltweit führenden und wurde 2001 in der Kritikerumfrage der Zeitschrift "Opernwelt" zum Opernorchester des Jahres gewählt. Seit 2002 ist W. als Nachfolger von Christoph von Dohnányi Chefdirigent des Cleveland Orchestra. Als Gast dirigiert er an den wichtigen Opernhäusern der Welt und arbeitet mit diversen namhaften europäischen und nordamerikanischen Orchestern zusammen. Zahlreiche Einspielungen auf Tonträger.

Auszeichnungen

  • 1999 Mozartpreis der Goethe-Stiftung Basel,
  • 2002 Musical America Award "Conductor of the Year 2003",
  • diverse Schallplattenpreise.


Autorin: Ingrid Bigler-Marschall



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Bigler-Marschall, Ingrid: Franz Welser-Möst, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2071–2072.

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