Herbert Gamper

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* 21.4.1936.

Studium der Germanistik und Musikwissenschaft. 1971–73 unter →Horst Zankl Dramaturg am →Theater am Neumarkt in Zürich. G. prägte den Spielplan des Theaters, das vor allem in den ersten beiden Spielzeiten für neue Inhalte, neue ästhetische Formen und eine neue interne Organisationsstruktur stand, entscheidend mit. Der konsequente, durch sprach- und bewusstseinskritische Thematik bestimmte Spielplan legte die Schwerpunkte auf die Förderung junger österreichischer Autoren wie Wolfgang Bauer, Gerhard Roth und Peter Handke und setzte sich mit der Tradition des Volksstücks auseinander. So wurden unter anderem Ödön von Horváth und Marieluise Fleißer "wiederentdeckt" und Autoren wie Franz Xaver Kroetz erstmals aufgeführt. 1976/77 war G. als Dramaturg an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart engagiert. 1988 bearbeitete er für das →Schauspielhaus Zürich Strindbergs "Fräulein Julie" (übersetzt von Peter Weiss, Regie: →Norbert Schwientek), 1992 für das →Theater Basel Fleißers "Fegefeuer in Ingolstadt" (Regie: Schwientek). 1996/97 wirkte G. als Dramaturg am Staatstheater Darmstadt. Als Literatur- und Theaterkritiker schrieb er unter anderem für die "Schweizer Theaterzeitung" und für "Theater heute". Seit 1975 ist G. Titularprofessor am Deutschen Seminar der Universität Zürich, Fachbereich Neuere deutsche Literatur mit besonderer Berücksichtigung der Theaterwissenschaft. Zu G.s Publikationen zählen unter anderem "Thomas Bernhard" (1977), "Horváths komplexe Textur: dargestellt an frühen Stücken" (1987) und "Peter Handke. Ein Gespräch, geführt von Herbert Gamper" (1987).



Autor: Redaktion



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Redaktion: Herbert Gamper, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 674–675.

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